Der österreichische Kammerschauspieler Johannes Krisch wird am 9. September 2026 um 13:00 Uhr in der Feuerhalle Simmering verabschiedet. Krisch war am 27. Juli 2026 verstorben. Die Beisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis.
Termin und Ablauf der Verabschiedung
Die öffentliche Verabschiedung von Johannes Krisch findet in der Feuerhalle Simmering statt, einem in Wien für Trauerfeiern genutzten Veranstaltungsort. Die Beisetzung selbst ist davon getrennt und soll zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis erfolgen.
Stationen einer Bühnen- und Filmkarriere
Johannes Krisch wurde am 8. Dezember 1966 in Wien geboren. Er war langjähriges Ensemblemitglied sowohl am Burgtheater als auch am Theater in der Josefstadt, den beiden bedeutendsten Sprechtheaterhäusern Wiens.
Auch im Film war Krisch über Jahre präsent. Er spielte in Götz Spielmanns oscarnominiertem Film „Revanche“ sowie in Adrian Goigingers „Märzengrund“ und in Elisabeth Scharangs Film „Wald“. Im Fernsehen war er unter anderem in David Schalkos Serie „Braunschlag“ sowie im „Tatort“ zu sehen.
Für seine Rolle des Jack Unterweger in dem von Elisabeth Scharang inszenierten Film „Jack“ wurde Krisch beim Österreichischen Filmpreis 2016 als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet. 2017 erhielt er zudem den Großen Schauspielpreis der Diagonale. Im selben Jahr wurde ihm der Berufstitel Kammerschauspieler verliehen.
2012 erlitt Krisch bei einer Premiere in Berlin einen Bühnenunfall, bei dem er knapp zwei Meter in die Tiefe stürzte. 2023 musste er seine Hauptrolle in Peter Turrinis Uraufführung „Es muss geschieden sein“ zurücklegen. Im selben Jahr gab er auch die Intendanz bei den Raimundspielen Gutenstein ab.
Der Berufstitel Kammerschauspieler
Der Titel Kammerschauspieler beziehungsweise Kammerschauspielerin ist in Österreich eine staatliche Auszeichnung, die für besondere künstlerische Verdienste im Schauspielfach verliehen wird. Er wird in der Regel nach langjähriger, herausragender Bühnenarbeit vergeben und gilt als eine der höchsten Ehrungen für Theaterschauspieler im deutschsprachigen Raum. Grundsätzlich sind mit dem Titel keine formalen Funktionen verbunden, er dient vor allem der öffentlichen Würdigung eines künstlerischen Lebenswerks.
Burgtheater und Theater in der Josefstadt zählen zu den traditionsreichsten Sprechtheaterbühnen im deutschsprachigen Raum. Beide Häuser verfügen über feste Ensembles, denen Schauspieler oft über viele Jahre oder Jahrzehnte angehören. Eine langjährige Ensemblemitgliedschaft an beiden Häusern gilt in der österreichischen Theaterlandschaft als vergleichsweise seltene Konstellation, da Wechsel zwischen den beiden Bühnen üblicherweise mit eigenen künstlerischen Entscheidungen und Engagements verbunden sind.







