Das Grazer Licht- und Soundfestival Klanglicht findet heuer im Schloss Eggenberg statt und bringt dort 14 Programmpunkte auf das historische Gelände. Die Veranstaltung läuft vom 23. Oktober bis 7. November 2026, jeweils von 18.00 bis 22.00 Uhr. Erstmals wird für die gesamte Veranstaltung Eintritt verlangt. Zudem feiert das Klanglicht in diesem Jahr seine Premiere in Wien.
Eintritt und Programm in Eggenberg
Die Programmpräsentation fand am Dienstag im Schloss Eggenberg statt. Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz, stellte dabei die Neuerungen vor. Der Eigenanteil der Bühnen Graz am Festival wurde von 300.000 auf 150.000 Euro halbiert. Karten kosten 19 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse. Im Ticketpreis ist eine freie Fahrt mit den Graz Linien inkludiert, Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt.
Kuratorin des Festivals ist Birgit Lill-Schnabl. Zu den gezeigten Werken zählt im Planetensaal die Arbeit „Jahres Licht Weiss“ von Inge Dick. Im Innenhof des Schlosses ist „Whispering Mountains“ des australischen Studios Enes zu sehen. In der Schlosskapelle zeigt Robin Beekman sein Werk „Continuum“, während in der Sakristei „Migratory Senses“ von Helga Griffith präsentiert wird. Miriam Hamann bespielt den Planetengarten mit „Planet 9“. Im Lapidarium des Schlosses ist „Abiosis“ von Heleen Blanken inszeniert. Joschua Hohenbrink setzt den Pavillon mit „Floral Forest“ um. Studierende des Instituts für Design und Kommunikation der Grazer FH Joanneum sind mit dem Werk „Prism“ vertreten. Marko Mele, Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum, war ebenfalls an der Präsentation beteiligt. Bereits 2021 war das Klanglicht schon einmal im Schloss Eggenberg zu Gast.
Erstmals auch in Wien
Für das Klanglicht ist 2026 auch der Start in eine neue Stadt vorgesehen. Georg Hoanzl tritt als Klanglicht-Veranstalter in Wien auf. Die Wiener Version beginnt ebenfalls am 23. Oktober, dauert dort aber deutlich länger als in Graz, nämlich bis zum 10. Jänner 2027. Schauplatz ist der Schwarzenberg-Garten im Wiener Belvedere. Das Budget für das Jahr 2025 belief sich auf rund 700.000 Euro.
Ursprung in einem höfischen Fest des 17. Jahrhunderts
Die Tradition, die dem Grazer Lichterspektakel zugrunde liegt, reicht weit zurück. Am 15. Oktober 1673 wurde anlässlich der Vermählung von Kaiser Leopold I. und Claudia Felizitas von Tirol die Grazer Bevölkerung aufgefordert, Lichter in die Fenster zu stellen. Diese historische Episode gilt als früher Bezugspunkt für die heutige Verbindung von Licht und öffentlichem Raum, wie sie das Klanglicht in seiner modernen Form aufgreift.
Grundsätzlich zählen Licht- und Klanginstallationen im öffentlichen Raum in vielen europäischen Städten mittlerweile zu etablierten Formaten der Kulturvermittlung. Historische Gebäude und Gartenanlagen bieten sich für solche Formate besonders an, da architektonische Strukturen und gewachsene Freiflächen unterschiedliche räumliche Bedingungen für Licht- und Klangkunst schaffen. Schlossanlagen wie Eggenberg oder Gartenareale wie der Schwarzenberg-Garten ermöglichen es, mehrere kleinere Installationen über ein zusammenhängendes Gelände zu verteilen, sodass Besucherinnen und Besucher einen Rundgang mit wechselnden künstlerischen Stationen erleben. Üblicherweise arbeiten bei solchen Festivals internationale und lokale Kunstschaffende nebeneinander, ergänzt durch Beiträge von Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen, wie es auch beim aktuellen Programm mit der Beteiligung der FH Joanneum der Fall ist.
Die Verlagerung solcher Veranstaltungen von kostenfreien zu kostenpflichtigen Formaten ist in der Kulturbranche kein Einzelfall. Bei vergleichbaren Vorgängen dienen Ticketeinnahmen häufig dazu, laufende Kosten für Technik, Aufbau, Sicherheit und künstlerische Honorare zumindest teilweise zu decken, während öffentliche Zuschüsse oder Eigenmittel der Veranstalter einen anderen Teil des Budgets tragen. Die konkrete Ausgestaltung variiert dabei je nach Träger und Standort der Veranstaltung.





