Im Naturpark Blockheide im Bezirk Gmünd findet diese Woche zum neunten Mal das Lichtkunstfestival „Blockheide leuchtet“ statt. Zwischen Wald, Wiese und Teich zeigen Künstler aus ganz Europa Lichtinstallationen, die sich natürlichen Phänomenen widmen. Das Festival läuft noch bis zum 30. August 2026.
Lichtinstallationen zwischen Wald und Teich
Gründer, Leiter und Kurator des Festivals ist Leonardo Bettinelli. Die Installationen im Naturpark greifen natürliche Phänomene auf und nutzen dafür überwiegend LED-Technologien. An mehreren Mitmachstationen können Besucherinnen und Besucher selbst mit Lichtquellen und optischen Elementen experimentieren und dabei physikalische Effekte wie Reflexion, Brechung und Beugung erleben.
Zu den beteiligten Künstlerinnen zählt die Musikerin Margarethe Maierhofer-Lischka, die sich in ihrer Arbeit mit der Wahrnehmung von Aktivitäten lebender Organismen wie Pflanzen und Bäumen auseinandersetzt. An einem LED-Lagerfeuer erzählt zudem Barbara Steinert Geschichten. Jeden Abend wird zwischen 19.30 Uhr und Mitternacht an den Lichtinstallationen gesungen, getanzt und erzählt. Um Mitternacht werden sämtliche Lichter ausgeschaltet.
Pro Abend sind maximal 1.000 Besucherinnen und Besucher zugelassen. Neu ist in diesem Jahr die Möglichkeit, sogenannte Support-Tickets zu erwerben. Unter den Gästen war auch Kathrin Brezina, die mit ihren beiden Töchtern zum Festival kam. Für sie war es bereits der vierte Besuch der Veranstaltung.
Lichtkunst als eigenes künstlerisches Genre
Lichtkunst hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als eigenständige künstlerische Ausdrucksform etabliert, bei der Licht nicht nur als Mittel zur Beleuchtung, sondern als gestalterisches Element im Zentrum steht. Häufig verbinden solche Arbeiten technische Verfahren mit physikalischen Grundprinzipien der Optik, etwa der Brechung, Streuung oder Reflexion von Licht. Dadurch entstehen Effekte, die bei Tageslicht nicht sichtbar wären und die Wahrnehmung eines Ortes verändern können.
Naturräume wie Wälder, Wiesen oder Gewässer bieten für solche Installationen besondere Bedingungen. Die vorhandene Vegetation, natürliche Höhenunterschiede und Wasserflächen lassen sich in die künstlerische Gestaltung einbeziehen, wodurch Lichtobjekte in einen unmittelbaren Bezug zur Umgebung treten. Gleichzeitig stellen solche Standorte besondere Anforderungen an die technische Umsetzung, etwa hinsichtlich Stromversorgung, Witterungsschutz und der Rücksichtnahme auf Tier- und Pflanzenwelt.
Der Einsatz von LED-Technologie hat die Möglichkeiten der Lichtkunst in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. LEDs benötigen im Vergleich zu älteren Lichtquellen deutlich weniger Energie, lassen sich präzise steuern und in vielfältigen Farben und Intensitäten einsetzen. Dadurch können auch aufwendige, interaktive Installationen realisiert werden, bei denen Besucherinnen und Besucher selbst Einfluss auf Lichteffekte nehmen.
Begrenzte Besucherzahlen bei Open-Air-Veranstaltungen
Bei Freiluftveranstaltungen in Naturschutzgebieten oder Naturparks werden Besucherzahlen häufig begrenzt, um empfindliche Ökosysteme zu schützen und ein geordnetes Erlebnis vor Ort zu ermöglichen. Solche Obergrenzen dienen sowohl dem Schutz von Flora und Fauna als auch der Sicherheit der Gäste, etwa im Hinblick auf Wegeführung und Fluchtmöglichkeiten bei größeren Menschenmengen. Zusätzliche Ticketmodelle, wie sie bei kulturellen Veranstaltungen zunehmend angeboten werden, ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern oft, die Organisation einer Veranstaltung finanziell zu unterstützen, ohne dass sich dadurch der Ablauf für andere Gäste verändert.







