Musiktheaterpreis 2026: Asmik Grigorian und Michael Spyres triumphieren in der Votivkirche

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In der Wiener Votivkirche sind am Dienstagabend, dem 8. September 2026, die Preisträger des 14. Österreichischen Musiktheaterpreises gekürt worden. Den Großen Preis der Jury erhielt Markus Hinterhäuser für sein Schaffen als Pianist, Festivalleiter und Kulturmanager. Die Jury stand unter dem Vorsitz des Kulturredakteurs Heinz Sichrovsky.

In den Kernkategorien setzten sich die litauische Sopranistin Asmik Grigorian und der US-amerikanische Tenor Michael Spyres durch. Die deutsche Sopranistin Anja Silja wurde mit dem Lebenswerkpreis geehrt, den Publikumspreis erhielt der Bariton Leo Nucci.

Auszeichnungen für Hauptrollen und Nebenrollen

Asmik Grigorian, 45 Jahre alt, wurde in der Sparte Weibliche Hauptrolle ausgezeichnet. Die Jury würdigte ihre Interpretation der Titelpartie in Bellinis „Norma“ am Musiktheater an der Wien. Michael Spyres, Jahrgang 1979, gewann die Kategorie Männliche Hauptrolle für seine Darstellung des Giovanni Pierluigi Palestrina in Hans Pfitzners Oper „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper.

In den Nebenrollenkategorien setzten sich Patricia Nolz und Jörg Schneider durch. Nolz wurde für ihre Rolle als Silla in „Palestrina“ an der Staatsoper geehrt, Schneider für seine Darstellung des Doktors in „Drei Schwestern“ bei den Salzburger Festspielen.

Regie, Dirigat und herausragende Produktionen

Claus Guth wurde als bester Regisseur ausgezeichnet, und zwar für seine Inszenierungen von „Blaubart“ und „Die menschliche Stimme“ bei den Festspielen Erl. Den Preis für das beste Dirigat erhielt Maxime Pascal für „Drei Schwestern“ bei den Salzburger Festspielen.

Als beste Gesamtproduktion Oper wurde das Mozart-Projekt „Zaide“ unter der Leitung von Raphaël Pichon ausgezeichnet. In der Kategorie beste Operette setzte sich der „Waldmeister“ in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger durch, der im Rahmen des Wiener Festjahres „Johann Strauss 2025“ aufgeführt wurde.

Die beste Musicalproduktion war „Briefe von Ruth“ von Gisle Kverndokk, gezeigt in einer Fassung der Kammeroper Wien, die mittlerweile geschlossen ist. Als beste Uraufführung wurde die Volksopern-Produktion „Alma“ der Komponistin Ella Milch-Sheriff geehrt, eine Bio-Oper über Alma Mahler-Werfel. In der Sparte beste Off-Produktion gewann „Eurobronski“ des Wiener Avantgardehauses Bronski & Grünberg.

Verteilung der Ehrungen auf die Häuser

Bei der Verleihung gingen die Salzburger Festspiele und die Volksoper Wien mit je drei Auszeichnungen als die am häufigsten geehrten Institutionen hervor. Die Wiener Staatsoper und das Tiroler Landestheater Innsbruck erhielten je zwei Auszeichnungen.

Lebenswerk und Publikumspreis

Den Lebenswerkpreis nahm die 86-jährige Sopranistin Anja Silja persönlich entgegen. Der Publikumspreis ging an den 84-jährigen Bariton Leo Nucci. Präsident des Österreichischen Musiktheaterpreises ist Karl-Michael Ebner.

Rollen und Verfahren rund um den Preis

Musiktheaterpreise wie dieser werden üblicherweise von einer unabhängigen Fachjury vergeben, die Produktionen der jeweils vergangenen Spielzeit sichtet und in mehreren Kategorien bewertet. Neben Solistinnen und Solisten in Haupt- und Nebenrollen werden dabei häufig auch Regie, musikalische Leitung sowie ganze Produktionen ausgezeichnet, um die Bandbreite des Musiktheaters von der großen Oper bis zu Operette und Musical abzubilden.

Lebenswerkpreise würdigen bei solchen Verleihungen in der Regel Künstlerinnen und Künstler, deren Karriere sich über Jahrzehnte erstreckt und die den internationalen Opernbetrieb nachhaltig geprägt haben. Publikumspreise wiederum basieren häufig auf Abstimmungen des Publikums selbst und ergänzen damit die Entscheidungen der Fachjury um eine unmittelbare Rückmeldung aus dem Konzert- und Opernpublikum. Die Auszeichnung mehrerer Sparten an einem Abend spiegelt zudem die Struktur des österreichischen Musiktheaters wider, das von großen Festivals wie den Salzburger Festspielen über Repertoirehäuser wie die Wiener Staatsoper und die Volksoper bis hin zu kleineren Bühnen und Off-Spielstätten reicht.