Die Fassade des Oberen Belvedere in Wien ist nach zweijährigen Restaurierungsarbeiten weitgehend fertiggestellt. Die Burghauptmannschaft Österreich hat nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Euro in die Sanierung investiert, bei der Fassaden, Fenster und Skulpturen des Barockbaus instand gesetzt wurden. Lediglich am Kustodentrakt, einem Nebengebäude des Belvedere, laufen noch vereinzelte Arbeiten.
Schäden an der historischen Kalkputzfassade
Die Sanierung hatte vor zwei Jahren begonnen, zunächst am Nordteil des Gebäudes. Grund waren Schäden an der historischen Kalkputzfassade, die sich im Lauf der Zeit angesammelt hatten. An manchen Stellen hatten sich im Putz Hohlräume gebildet, die die Stabilität der Fassade beeinträchtigten. Ein bestehender Überputz, ein sogenannter Überrieb, musste entfernt werden. Schadhafte Teile wurden ersetzt, während die Originalsubstanz nach Angaben der Burghauptmannschaft behutsam erhalten werden sollte.
Auch die Steinskulpturen an der Fassade wiesen bereits sichtbare Schäden auf und wurden im Zuge der Arbeiten restauriert. An dieser Restaurierung waren mitunter Studierende gemeinsam mit Restauratorinnen und Restauratoren beteiligt. Das Untere Belvedere war bereits vor dem Oberen Belvedere saniert worden.
Verwitterung von Steinfiguren in exponierter Lage
Skulpturen, die in großer Höhe an Fassaden angebracht sind, sind grundsätzlich Wind und Wetter in besonderem Maß ausgesetzt. Durch Feuchtigkeit, Frost und Temperaturschwankungen kann der verwendete Stein im Lauf der Jahrzehnte versanden und brüchig werden. Solche Prozesse verlaufen meist schleichend und werden oft erst sichtbar, wenn sich Oberflächen abzeichnen oder erste Teile abplatzen. Bei historischen Bauwerken erfordert die Restaurierung solcher Figuren in der Regel eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Ersatz stark geschädigter Partien und dem Erhalt möglichst viel originaler Substanz.
Die Burghauptmannschaft Österreich verwaltet in Österreich eine Vielzahl historischer Gebäude im Besitz der Republik. Zu ihren Aufgaben zählt üblicherweise die laufende bauliche Instandhaltung ebenso wie größere Sanierungsprojekte an denkmalgeschützten Objekten. Bei Vorhaben dieser Art sind meist mehrere Fachbereiche eingebunden, etwa Statik, Restaurierung und Denkmalpflege, da historische Baumaterialien besondere Anforderungen an Bearbeitung und Konservierung stellen.





