Das Land Oberösterreich hat die Verträge von Landestheater-Intendant Hermann Schneider und Theater-und-Orchester-Geschäftsführer Thomas Königstorfer verlängert. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) teilte dies am Donnerstag mit. Schneiders Vertrag läuft nun bis 31. August 2031, jener von Königstorfer bis Jänner 2034. Ursprünglich wären beide Verträge 2029 ausgelaufen.
Neue Laufzeiten für die Führungsspitze
Hermann Schneider ist seit der Spielzeit 2016/17 Intendant des Landestheaters Linz und in dieser Funktion für die künstlerische Leitung des Hauses verantwortlich. Mit der nun beschlossenen Verlängerung bleibt er bis zum Jahr 2031 im Amt. Wie Schneider mitteilte, verlängerte er seinen Vertrag damit bis zum Pensionsantritt.
Thomas Königstorfer ist seit Jänner 2019 kaufmännischer Geschäftsführer der Oberösterreichischen Theater und Orchester GmbH (TOG). Sein Vertrag wurde bis Jänner 2034 und damit deutlich über die ursprünglich vorgesehene Laufzeit hinaus verlängert.
Als Gründe für die Vertragsverlängerung verwies Schneider auf die Möglichkeiten des Musiktheaters sowie auf das derzeit sanierte Schauspielhaus. Königstorfer wiederum verwies auf die Entwicklung des Landestheaters in den vergangenen Jahren.
Wechsel an der Spitze des Orchesters
Parallel zu den Vertragsverlängerungen wurde eine personelle Neuerung für die künstlerische Leitung des Orchesters bekannt: Christoph Koncz übernimmt ab der Spielzeit 2027/28 die Position des Chefdirigenten des Bruckner Orchesters Linz. Zugleich wird er in derselben Spielzeit Musikdirektor des Landestheaters Linz.
Sanierung des Schauspielhauses als Hintergrund
Das Schauspielhaus des Landestheaters wird derzeit saniert. Bauliche Erneuerungen dieser Art ziehen sich bei Kulturbauten üblicherweise über mehrere Jahre und erfordern eine enge Abstimmung zwischen künstlerischer Leitung, kaufmännischer Geschäftsführung und dem jeweiligen Fördergeber. Für ein Mehrspartenhaus wie das Landestheater Linz, das Musiktheater, Schauspiel und Orchesterbetrieb unter einem Dach vereint, spielt eine kontinuierliche Führung in solchen Phasen eine besondere Rolle, da Bauprojekte, Spielplanung und Personalentscheidungen langfristig aufeinander abgestimmt werden müssen.
Grundsätzlich obliegt die strategische Steuerung öffentlich getragener Theater- und Orchesterbetriebe in Österreich einer Doppelspitze aus künstlerischer und kaufmännischer Leitung. Während die künstlerische Intendanz für Spielplan, Ensemble und inhaltliche Ausrichtung zuständig ist, verantwortet die Geschäftsführung Budget, Verwaltung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Verträge in solchen Funktionen werden bei öffentlichen Kulturinstitutionen häufig mit mehrjährigem Vorlauf verlängert oder neu verhandelt, um Planungssicherheit für größere Vorhaben wie Bausanierungen oder Besetzungswechsel im künstlerischen Bereich zu schaffen.
Die Position des Chefdirigenten beziehungsweise Musikdirektors ist bei Orchestern mit angeschlossenem Opernbetrieb üblicherweise mit der musikalischen Gesamtverantwortung für Repertoire, Besetzung und künstlerische Ausrichtung des Klangkörpers verbunden. Ein Wechsel in dieser Funktion wird in der Regel frühzeitig angekündigt, damit Spielzeiten im Vorfeld entsprechend geplant werden können.
Hinweis zur Faktenprüfung
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