Ordensklinikum Linz setzt bei Bauchspeicheldrüsen-OPs zunehmend auf Operationsroboter

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern wird ein wachsender Teil der Operationen an der Bauchspeicheldrüse mit einem Operationsroboter durchgeführt. Von den jährlich mehr als 100 Eingriffen an diesem Organ erfolgt knapp die Hälfte mithilfe des da Vinci-Systems. Das Verfahren läuft am Standort unter der Bezeichnung „RoboLab“.

Roboterassistierte Eingriffe am Ordensklinikum Linz

Die robotergestützte Operation an der Bauchspeicheldrüse wird minimalinvasiv durchgeführt. Statt eines großen Bauchschnitts sind dafür mehrere kleine Zugänge notwendig. Über diese führt das da Vinci-System vier Instrumentenarme sowie eine 3D-Kamera ein, die von einer Konsole aus gesteuert werden. Eine zweite Person arbeitet zusätzlich direkt am Operationstisch mit, während sich Konsolenchirurgin oder Konsolenchirurg und die Assistenzperson im Verlauf des Eingriffs abwechseln.

Nach der Entfernung des Tumors müssen Dünndarm, Gallengang und der verbleibende Teil der Bauchspeicheldrüse wieder miteinander verbunden werden. Rund 60 Prozent aller Tumore der Bauchspeicheldrüse entstehen im sogenannten Pankreaskopf. Die Operationen dauerten zu Beginn der Anwendung des Verfahrens am Ordensklinikum rund acht Stunden.

Das Konzept „RoboLab“ wurde nach dem Vorbild einer Klinik in Amsterdam eingeführt. Standortleiter der Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern ist OA Priv.-Doz. Dr. Helwig Wundsam. Im Zentrum für Tumorerkrankungen des Hauses werden jährlich mehr als 3.500 Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen behandelt. In Österreich sterben jährlich rund 1.900 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Minimalinvasive Verfahren in der Tumorchirurgie

Grundsätzlich zielen minimalinvasive Operationstechniken darauf ab, den Zugang zum Operationsgebiet über möglichst kleine Schnitte zu ermöglichen, anstatt größere Bauchöffnungen vorzunehmen. Bei komplexen Eingriffen im Bauchraum, wie sie an der Bauchspeicheldrüse notwendig sind, kommen dafür häufig computergestützte Systeme zum Einsatz, die den operierenden Personen eine vergrößerte, dreidimensionale Sicht auf das Gewebe sowie eine feinere Steuerung der Instrumente ermöglichen.

Die Bauchspeicheldrüse gilt in der Chirurgie als besonders anspruchsvolles Operationsgebiet. Das Organ liegt tief im Bauchraum in unmittelbarer Nähe zu großen Blutgefäßen sowie zu Gallengang, Zwölffingerdarm und Magen. Nach der Entfernung eines Tumors im Pankreaskopf müssen mehrere Organverbindungen neu hergestellt werden, was den Eingriff technisch aufwendig und zeitintensiv macht.

Bei robotisch assistierten Operationen übernimmt in der Regel ein Team aus mehreren Personen unterschiedliche Aufgaben: Während eine Person die Instrumente von einer Konsole aus steuert, ist eine weitere Person direkt am Patienten oder an der Patientin tätig, etwa um Instrumente zu wechseln oder unterstützende Handgriffe auszuführen. Diese Aufteilung soll eine kontinuierliche Konzentration während länger andauernder Eingriffe erleichtern.

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den Krebserkrankungen, die häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden, da frühe Symptome oft unspezifisch sind. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Zentren, in denen chirurgische Eingriffe mit onkologischer Nachsorge kombiniert werden. Die Wahl des Operationsverfahrens hängt dabei unter anderem von der Lage des Tumors, seiner Ausdehnung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab.