Der Schauspieler Johannes Krisch ist am Mittwoch in der Feuerhalle Simmering verabschiedet worden. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sowie Wegbegleiter nahmen an der Trauerfeier teil. Krisch war am 27. Juli im Alter von 59 Jahren gestorben.
Abschied von einem prägenden Ensemblemitglied
Zur Trauerfeier in der Feuerhalle Simmering kamen zahlreiche Weggefährten aus der österreichischen Theater- und Filmbranche. Johannes Krisch war über viele Jahre hinweg Ensemblemitglied sowohl am Burgtheater als auch am Theater in der Josefstadt und prägte damit zwei der wichtigsten Bühnen des Landes.
Neben seiner Theaterarbeit war Krisch auch im Film und Fernsehen präsent. Er wirkte in Götz Spielmanns oscarnominiertem Film „Revanche“ mit, spielte in Adrian Goigingers „Märzengrund“ sowie in Elisabeth Scharangs Literaturadaption „Wald“. Einem breiteren Publikum wurde er zudem durch seine Rolle in David Schalkos Erfolgsserie „Braunschlag“ bekannt. Auch im „Tatort“ war Krisch zu sehen.
Für sein schauspielerisches Schaffen wurde Johannes Krisch mehrfach ausgezeichnet. Beim Österreichischen Filmpreis 2016 erhielt er die Auszeichnung als bester männlicher Darsteller für seine Rolle als Jack Unterweger in Elisabeth Scharangs Film „Jack“. 2017 wurde ihm zudem der Große Schauspielpreis der Diagonale verliehen, im selben Jahr erhielt er den Berufstitel des Kammerschauspielers.
Der Kammerschauspieler als Auszeichnung im österreichischen Theaterbetrieb
Der Berufstitel des Kammerschauspielers zählt in Österreich zu den höchsten Ehrungen, die Bühnenkünstlerinnen und Bühnenkünstlern zuteilwerden können. Verliehen wird er in der Regel für herausragende künstlerische Leistungen über einen längeren Zeitraum hinweg und würdigt damit nicht einzelne Rollen, sondern ein gesamtes Lebenswerk auf der Bühne. Die Verleihung erfolgt üblicherweise durch staatliche Stellen und gilt als Anerkennung für Schauspielerinnen und Schauspieler, die den österreichischen Theaterbetrieb über Jahre hinweg maßgeblich mitgestaltet haben.
Auch der Österreichische Filmpreis und der Diagonale-Schauspielpreis gehören zu den zentralen Auszeichnungen der heimischen Filmbranche. Der Österreichische Filmpreis wird jährlich in mehreren Kategorien vergeben und zeichnet herausragende Leistungen im heimischen Filmschaffen aus. Die Diagonale als Festival des österreichischen Films würdigt mit ihrem Schauspielpreis darüber hinaus Karrieren, die sich durch Vielseitigkeit und künstlerische Kontinuität auszeichnen. Beide Auszeichnungen genießen in der österreichischen Kulturszene hohes Ansehen und werden häufig als Gradmesser für die Bedeutung einzelner Künstlerinnen und Künstler innerhalb der heimischen Film- und Theaterlandschaft betrachtet.








