In Kärnten läuft bis zum 13. September das Kernfestival der Trigonale, eines Festivals für alte Musik. Insgesamt sieben Konzerte stehen auf dem Programm, verteilt auf mehrere Spielorte in der Region. Intendant Stefan Schweiger, der das Festival leitet und zugleich als Ton- und Lichttechniker arbeitet, hat dafür in Portendorf eine ehemalige Musikwerkstatt zu einem Konzertsaal für rund hundert Personen umgebaut. Der Umbau erfolgte ohne öffentliche Förderungen.
Konzerte an historischen Spielorten
Am 6. September findet um 10.00 Uhr in der Stiftskirche in Ossiach ein Gottesdienst statt, der Gerda Fröhlich gewidmet ist. Sie war über lange Jahre Intendantin des Festivals und ist im vergangenen Jahr verstorben. Am selben Tag steht am Abend in der Stiftskirche St. Georgen am Längsee Musik des 17. Jahrhunderts auf dem Programm. Ein weiterer Programmpunkt ist ein Nachtkonzert am 12. September um 21.00 Uhr in Portendorf, jenem Ort, an dem Schweiger den neuen Konzertsaal eingerichtet hat.
Zu den auftretenden Musikerinnen zählen die niederländische Geigerin und Komponistin Judith Steenbrink, die deutsche Musikerin und Dirigentin Johanna Soller sowie die aus Kazan in Russland stammende Geigerin Daria Spiridonova. Die Trigonale hat sich nach Angaben aus dem Festivalumfeld in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer international beachteten Veranstaltung für alte Musik entwickelt.
Beim Kartenverkauf setzt das Festival auf niedrige Einstiegshürden: Junge Menschen bis zum 16. Lebensjahr erhalten grundsätzlich freien Eintritt. Zusätzlich gibt es eine Neulingsaktion, bei der Erstbesucherinnen und Erstbesucher ihre erste Eintrittskarte kostenlos bekommen.
Vorschlag zur gemeinsamen Kulturwerbung
Intendant Stefan Schweiger, der sein Haus in Maria Saal hat, brachte zudem einen organisatorischen Vorschlag ein: Ein kleiner Prozentsatz der Subventionen, die Kulturveranstaltungen erhalten, solle gebündelt für eine gemeinsame Kulturwerbung eingesetzt werden. Aus dem Büro der Kulturreferentin Gabi Schaunig (SPÖ) hieß es dazu, man sei bereit, diesen Vorschlag im zuständigen Kulturgremium zu diskutieren.
Alte Musik zwischen historischer Aufführungspraxis und heutigem Publikum
Unter dem Begriff alte Musik werden üblicherweise Werke vom Mittelalter bis in die Barockzeit zusammengefasst. Bei Festivals dieser Sparte spielt die historische Aufführungspraxis häufig eine zentrale Rolle: Musikerinnen und Musiker greifen dabei auf originalgetreue Instrumente, historische Stimmungen und überlieferte Spielweisen zurück, um Klangbilder möglichst nah am Entstehungskontext der Kompositionen zu rekonstruieren. Kirchenräume wie Stiftskirchen gelten in diesem Zusammenhang oft als besonders geeignete Spielorte, da ihre Akustik und ihr historischer Charakter zum musikalischen Repertoire passen.
Für kleinere Festivals abseits der großen Kulturzentren bedeutet die Umsetzung solcher Konzertreihen in der Regel einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Spielstätten müssen instand gehalten oder neu geschaffen werden, internationale Künstlerinnen und Künstler müssen engagiert und koordiniert werden, und die Finanzierung stützt sich häufig auf eine Mischung aus öffentlichen Förderungen, Kartenerlösen und Eigenleistungen der Veranstalter. Gerade der Verzicht auf Förderungen bei einzelnen Bauprojekten, wie er in Portendorf umgesetzt wurde, ist im Kulturbetrieb eher die Ausnahme als die Regel.
Kulturförderung und gemeinsame Werbemaßnahmen
Vorschläge, einen Teil der Fördermittel für gemeinsame Marketingmaßnahmen zu bündeln, sind im Kulturbereich kein neues Phänomen. Grundsätzlich verfolgen solche Modelle das Ziel, die Sichtbarkeit mehrerer Veranstaltungen durch abgestimmte Kommunikation zu erhöhen, ohne dass jede einzelne Institution eigene, oft kostenintensive Werbestrukturen aufbauen muss. Über die konkrete Ausgestaltung, etwa die Höhe des Anteils oder die beteiligten Institutionen, entscheiden in solchen Fällen üblicherweise die zuständigen politischen Gremien, in Kärnten etwa im Rahmen kulturpolitischer Beratungen. Ob und in welcher Form der von Schweiger eingebrachte Vorschlag konkret umgesetzt wird, ist Gegenstand der angekündigten Beratungen im Kulturgremium.







