Im Museumsquartier startet kommende Woche die 18. Ausgabe der Vienna Fashion Week. Unter dem Motto „Glamour goes Wild“ präsentieren 33 Designer und Designerinnen ihre Kollektionen. Das Programm erstreckt sich über sechs Tage und umfasst Laufstegshows, Shoppingangebote und Podiumsgespräche. Maria Oberfrank zählt zu den Veranstalterinnen der Modewoche.
Sechs Tage Laufsteg im Museumsquartier
Die Eröffnungsshow findet am Montagabend statt. Am Dienstag zeigt der Pensionist*innenklub Wien die Kollektion „fenWomenal“. 35 Pensionisten und Pensionistinnen haben die Kleidungsstücke im Rahmen einer Upcycling-Modewerkstatt entworfen, 30 von ihnen präsentieren die Stücke selbst auf dem Laufsteg. Margit Sedlak-Emperer hat an der Kollektion mitgearbeitet. Der Name „fenWomenal“ setzt sich aus den Wörtern „phenomenal“, „women“ und „female“ zusammen. Die Stücke sind nicht käuflich zu erwerben. Im Anschluss treten am Dienstag Atena Neuhuber, die Fashion Academy und Mariella Elsa auf, den Abend beschließt das Kollektiv Combinat mit fünf Labels.
Der Mittwoch beginnt mit einem Fashiontalk, bevor am Abend Palla Vienna, Dreizehn und der Nachwuchsblock „The Next Generation“ die Bühne übernehmen. Am Donnerstag stehen Helmet N Armour, Atelier Snow, Meijerhof und Elisabeth Bauer im Programm. Kiki Korsett und Elke Freytag schließen die Schau am Freitag ab. Ab Dienstag können Besucherinnen und Besucher mit einem Tagesticket sämtliche Shows des jeweiligen Tages besuchen. Die Vienna Fashion Week läuft bis Freitag.
Recycelte Stoffe und eine Debatte über Kreislaufwirtschaft
Am Freitagabend stellt die Wiener Modemarke Fröhlich ihre Kollektion vor. Die verwendeten Stoffe stammen vom Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Saubermacher, das alte Textilien sammelt und recycelt. Fröhlich verarbeitet dabei Stoffe aus Überproduktionen und bearbeitet sie von Hand: Die Textilien werden gefärbt, bedruckt und bestickt.
Bereits am Freitagvormittag findet eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Mode endet nicht. Sie beginnt neu“ statt. Daran nehmen Andreas Opelt von Saubermacher und Gabriele Rigby, Designerin bei Fröhlich, teil. Im Gespräch geht es um Kreislaufwirtschaft, Textilproduktion und soziale Verantwortung in der Modebranche.
Nachhaltigkeit als wiederkehrendes Branchenthema
Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie beschäftigt sich grundsätzlich damit, Stoffe und Kleidungsstücke möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten, statt sie zu entsorgen. Dazu gehören etwa das Sammeln gebrauchter Textilien, deren Aufbereitung und die Weiterverarbeitung zu neuen Produkten. Überproduktionen entstehen in der Modebranche häufig dann, wenn mehr Stoff oder mehr Ware hergestellt wird, als am Markt tatsächlich abgesetzt werden kann. Solche Materialüberschüsse gelten in der Branche vielerorts als Ansatzpunkt, um Ressourcen einzusparen und Abfallmengen zu reduzieren.
Auch Upcycling, wie es bei der Kollektion des Pensionist*innenklubs Wien zum Einsatz kommt, verfolgt einen ähnlichen Gedanken: Bereits vorhandene Materialien oder Kleidungsstücke werden nicht entsorgt, sondern zu neuen, oft künstlerisch gestalteten Produkten weiterverarbeitet. Derartige Projekte werden in der Modebranche zunehmend genutzt, um handwerkliches Können unterschiedlicher Generationen sichtbar zu machen und gleichzeitig einen bewussteren Umgang mit Textilien zu fördern. Diskussionsformate wie jenes am Freitag der Vienna Fashion Week greifen solche Fragen regelmäßig auf und bringen dabei Unternehmen aus der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft mit Designerinnen und Designern ins Gespräch.





