Eine neue Fernsehdokumentation widmet sich der Rückkehr des Weinbaus nach Oberösterreich. Unter dem Titel „Wein aus 4 Vierteln – Wenn aus oö. Landwirten Spitzenwinzer werden“ zeigt ORF 2 den Film am Sonntag um 18.25 Uhr. Gestaltet wurde die Dokumentation von Wolfgang Marecek und Markus Fischer für das ORF Landesstudio Oberösterreich. Sie ist zudem im Stream auf ORF ON abrufbar.
Im Mittelpunkt steht eine Entwicklung, die in den vergangenen Jahren an Dynamik gewonnen hat: Immer mehr oberösterreichische Landwirtinnen und Landwirte wenden sich dem Weinbau zu. Reben wachsen inzwischen wieder in allen vier Vierteln des Bundeslands, wie die Dokumentation zeigt.
Weinbaubetriebe im Jahresverlauf
Der Film begleitet mehrere oberösterreichische Weinbaubetriebe über das Jahr. Dazu gehört Petra Schmuckenschlager aus Enns, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Florian bereits seit Jahren auf Weinbau setzt. Ihre Kinder studieren Weinbau und arbeiten bereits im Betrieb mit.
Vorgestellt werden außerdem zwei Jungwinzerpaare aus Wolfern im Bezirk Steyr-Land und aus Niederneukirchen im Bezirk Linz-Land. Wolfgang Költringer aus Weilbach im Bezirk Ried im Innkreis testet in einem Versuchsweingarten unterschiedliche Weißwein- und Rotweinsorten. Ein weiterer Betrieb wird von Lukas Schiefermair aus Kematen an der Krems im Bezirk Linz-Land geführt. Der 31-Jährige wurde für seine Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet.
Eingeordnet wird die Entwicklung des oberösterreichischen Weinbaus in der Dokumentation von der Sommelière Dagmar Gross. Zu Wort kommen zudem Leonhard Gmeiner aus Perg, Präsident des Landesweinbauverbands, sowie Klaus Stummvoll, Geschäftsführer des Verbands. Oberösterreich verfügt aktuell über rund 100 Hektar Rebfläche.
Vom Verschwinden zur Wiederentdeckung
Der Weinbau hat in Oberösterreich eine lange Tradition, die bis Ende des 17. Jahrhunderts zurückreicht. Mit der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ verschwand der Weinbau im Bundesland damals weitgehend. Erst vor rund 30 Jahren begannen erste Betriebe wieder damit, Weingärten anzulegen und damit an diese frühere Tradition anzuknüpfen.
Grundsätzlich hängt der Weinbau stark von klimatischen Bedingungen ab. Temperaturverlauf, Sonnenscheindauer und Niederschlagsmengen bestimmen, welche Rebsorten in einer Region gedeihen und welche Qualität die Trauben erreichen. Historische Kälteperioden wie die „Kleine Eiszeit“, die in Europa über mehrere Jahrhunderte hinweg mit kühleren Sommern und strengeren Wintern einherging, konnten den Weinbau in einzelnen Regionen daher erheblich einschränken oder ganz zum Erliegen bringen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich klimatische Bedingungen in Teilen Mitteleuropas verändert, was Landwirtinnen und Landwirten in bislang wenig für Weinbau genutzten Regionen neue Möglichkeiten eröffnet.
Versuchsanbau mit robusten Rebsorten
Beim Versuchsweingarten von Wolfgang Költringer geht es um das Testen unterschiedlicher Weißwein- und Rotweinsorten. Solche Versuchsanlagen dienen in der Praxis dazu, herauszufinden, welche Sorten unter den jeweiligen regionalen Bedingungen zuverlässig wachsen und welche Qualität sie liefern. In den vergangenen Jahren haben pilzwiderstandsfähige Rebsorten, sogenannte PIWI-Sorten, in vielen jungen Weinbauregionen an Bedeutung gewonnen. Sie gelten allgemein als widerstandsfähiger gegen bestimmte Pilzkrankheiten, wodurch sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau reduzieren lässt. Für neu entstehende Weinbauregionen wie Oberösterreich können solche Sorten daher eine praktische Option darstellen, um mit vergleichsweise geringem Aufwand erste Erfahrungen im Anbau zu sammeln.
Der Landesweinbauverband, vertreten durch Präsident Leonhard Gmeiner und Geschäftsführer Klaus Stummvoll, begleitet die wachsende Zahl oberösterreichischer Betriebe institutionell. Solche Verbände übernehmen in Weinbauregionen üblicherweise Aufgaben wie die fachliche Beratung von Betrieben, die Vertretung gemeinsamer Interessen sowie die Förderung von Qualität und Bekanntheit der jeweiligen Anbaugeb





