Konflikt um fehlenden Lärmschutz entlang Bahntrasse in Silz
In Silz im Bezirk Imst gibt es entlang der Bahntrasse seit längerer Zeit einen Konflikt um fehlende Lärmschutzmaßnahmen. Anrainerinnen und Anrainer berichten von erheblicher Belastung durch den Bahnlärm und hoffen auf eine neuerliche Entscheidung des Gemeinderats.
Mehrere Bewohner schildern gesundheitliche Probleme, die sie mit dem Lärm in Verbindung bringen. Ärztinnen und Ärzte warnen in mehreren Schreiben, der Lärm in Silz sei gesundheitsschädlich.
Belastungen für Anrainer
Eine betroffene Anrainerin berichtet von deutlichen Ausschlägen bei einer 24-Stunden-Herzuntersuchung in jenen Momenten, in denen nachts Lastenzüge die Ortschaft durchfahren. Sie gibt an, seither unter Bluthochdruck zu leiden und täglich Medikamente einnehmen zu müssen. Ihren Garten beschreibt sie als kleines Paradies, dessen Ruhe ständig durch Lärm unterbrochen werde.
Eine weitere Anrainerin, die direkt an der Bahnlinie wohnt, sagt, sie schlafe seit Jahren nur mit Ohrenstöpseln und geschlossenem Fenster. Die schweren Güterzüge in der Nacht bezeichnet sie als Katastrophe und als etwas, das ihrer Ansicht nach nichts mehr mit normalem Lärm zu tun habe.
Langjährige Pläne und politische Entscheidungen
Nach Angaben von Anrainern gibt es seit Jahrzehnten Pläne für eine Lärmschutzwand in Silz. Konkrete Unterlagen der ÖBB zu Lärmschutzmaßnahmen sollen der Gemeinde seit 2019 vorliegen. Der Gemeinderat hat im Vorjahr die notwendigen Maßnahmen für eine Lärmschutzwand abgelehnt, als Begründung wurden unter anderem optische Einwände genannt.
Laut Bewohnern belastet der Streit um den Lärmschutz das soziale Klima im Dorf. Ein Bewohner berichtet, das Thema werde im Ort oft totgeschwiegen und manche Betroffene fühlten sich persönlich angegriffen. Bei Informationsveranstaltungen hätten sich nach seinen Angaben kaum Gegnerinnen oder Gegner der Lärmschutzmaßnahmen gezeigt.
Forderungen an Land und Gemeinde
Die Liste Fritz unterstützt die Anrainer im Konflikt um die fehlenden Lärmschutzmaßnahmen. Klubobmann Markus Sint forderte bei einem Medientermin am Freitag in Silz ein Einschreiten des Landes und verwies auf Warnungen mehrerer Ärztinnen und Ärzte, wonach die Lärmbelastung gesundheitsschädlich sei. Diese ärztlichen Warnungen seien bisher ignoriert worden. Die Landesregierung verwies in der Frage des Lärmschutzes bisher auf die Gemeindeautonomie.
Auch die NEOS kritisieren fehlende Lärmschutzmaßnahmen in Silz und haben in einer Aussendung Druck in der Causa gemacht. NEOS-Klubobfrau Birgit Obermüller kritisiert, dass ÖVP und SPÖ einen Dringlichkeitsantrag zum Lärmschutz vertagt haben. Sie erklärt, dauerhafter Bahnlärm könne nachweislich zu Schlafstörungen, Stress und langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, besonders betroffen seien Kinder, ältere Menschen und Schichtarbeitende. Obermüller betont, alle Pläne und Finanzierungen für Lärmschutz in Silz würden seit Jahren vorliegen, und bezeichnet ein Machtwort von Landeshauptmann Anton Mattle als überfällig.
Nach Ansicht der NEOS darf sich das Land in der Frage des Lärmschutzes nicht länger hinter der Gemeindeautonomie verstecken. Eine klare Empfehlung des Landes an die Gemeinde Silz wäre demnach kein Eingriff in deren Rechte.
Perspektiven für Lärmschutz
Die Anrainer hoffen auf eine neuerliche Abstimmung im Gemeinderat zu den Lärmschutzmaßnahmen und darauf, dass die bereits geplanten Projekte doch noch umgesetzt werden. Bis zur tatsächlichen Errichtung einer Lärmschutzwand würde es demnach noch mehrere Jahre dauern.








