Neubau des Landesklinikums Weinviertel Süd in Stockerau beschlossen
Das Land Niederösterreich plant den Neubau des Landesklinikums Weinviertel Süd in Stockerau im Bezirk Korneuburg. Der Standort in der sogenannten „Alten Au“ wurde in der Landesregierung einstimmig von ÖVP, FPÖ und SPÖ festgelegt.
Das neue Spital soll die bestehenden Kliniken in Stockerau, Hollabrunn und Korneuburg vereinen. Der Bau wird laut vorliegenden Angaben zehn bis 15 Jahre dauern, bis dahin bleiben die bestehenden Standorte erhalten.
Teil des Gesundheitsplans 2040+
Das Landesklinikum Weinviertel Süd ist Teil des „Gesundheitsplans 2040+“ des Landes Niederösterreich. Geplant sind rund 700 Betten sowie zusätzliche ambulante Versorgungsangebote.
Vor der Standortentscheidung hat eine Expertenkommission insgesamt 14 mögliche Standorte geprüft. Kriterien waren unter anderem Erreichbarkeit, Personalverfügbarkeit und Versorgungswirkung. Neben dem Zentralklinikum sind ein Gesundheits- und Pflegecampus in Hollabrunn sowie ein Ausbildungscampus für Gesundheitsberufe in Korneuburg vorgesehen.
Überwiegend Zustimmung in Stockerau
In Stockerau und Umgebung überwiegt in einer Befragung die Zustimmung zum neuen Standort. Mehrere Personen verweisen dabei auf die aus ihrer Sicht gute Verkehrsanbindung.
Hannes Hertl aus Stockerau bezeichnet den Standort als „sicher gut gewählt“ und hebt die Anbindung an Bahn und Autobahnen als wichtigen Faktor hervor. Othmar Gschweidl, ebenfalls aus Stockerau, betont, dass es von dort Autobahnen in alle Richtungen gebe, was er als Vorteil für die Erreichbarkeit für Patientinnen, Patienten und Personal sieht. Josef Brenninger aus Großstelzendorf im Bezirk Hollabrunn zeigt sich grundsätzlich einverstanden damit, dass das Spital in Stockerau errichtet wird.
Laut den Rückmeldungen vertrauen einige Befragte auf die Entscheidung von Expertinnen und Experten zur Bündelung der Standorte. Zugleich wird von manchen anerkannt, dass eine Konzentration medizinischer Leistungen Vorteile haben kann.
Kritische Stimmen in Hollabrunn
In Hollabrunn fallen die geäußerten Reaktionen deutlich kritischer aus. Dort wird befürchtet, dass sich die medizinische Versorgung durch die Verlegung des Spitals verschlechtern könnte.
Karl Riedl aus Bergau sagt, es sei schade, dass das Spital aus Hollabrunn wegkommt, und dass die ärztliche Versorgung damit weiter weg rücke. Er spricht von einem Nachteil für die Region Hollabrunn, auch im Hinblick auf Arbeitsplätze. Eine befragte Frau schildert, dass bereits bisher häufige Fahrten zu Behandlungen notwendig gewesen seien und ein weiter entfernter Standort dies nicht erleichtere. Ein anderer Befragter erklärt, er hätte das Spital zwar lieber in Hollabrunn gesehen, könne sich mit Stockerau aber arrangieren.
Unterschiedliche Einschätzungen zur Spitalsgröße
Zur geplanten Bündelung der Standorte gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Tanja Leibl aus Bisamberg im Bezirk Korneuburg sagt, sie persönlich finde kleinere Spitäler besser als große Häuser. Hans-Jörg Schuster bezeichnet die Konzentration auf einen Spitalsstandort als „Sparmaßnahme“.
Gleichzeitig wird von anderen Befragten die Einschätzung geäußert, dass eine Bündelung von Leistungen auch Vorteile bringen könne. Insgesamt zeigen die Rückmeldungen sowohl Zustimmung zum neuen Standort als auch Sorgen um die künftige Versorgung in einzelnen Regionen.








