Linz Textil auf Wachstumskurs: Innovative Fasern und nachhaltige Strategien für neue Märkte
Dieses Thema Freunden empfehlen

Linz Textil steigert Umsatz und setzt auf innovative Fasern sowie neue Märkte

Die Linz Textil Holding AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 65,3 Millionen Euro erzielt. Für das Jahr 2024 wird der Umsatz mit 68,8 Millionen Euro angegeben.

Das EBIT lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 0,9 Millionen Euro, nach 2,9 Millionen Euro im Jahr 2024. Der operative Cashflow belief sich zuletzt auf 10,6 Millionen Euro, im Jahr 2024 waren es 6,3 Millionen Euro.

Finanzlage und Dividende

Die Eigenkapitalquote der Linz Textil Holding AG beträgt 85,5 Prozent. Finanzvorständin Eveline Jungwirth bezeichnete diese Eigenkapitalquote als Rückgrat des Unternehmens.

Auf Vorschlag des Vorstands soll eine Basisdividende von 4 Euro je Aktie ausbezahlt werden. Eine Basisdividende in dieser Höhe war bereits im Jahr 2024 ausgeschüttet worden. Die geplante Ausschüttung entspricht insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Die Investitionen lagen im Vorjahr bei 3,4 Millionen Euro, nach 2,5 Millionen Euro im Jahr 2024. Rund 2,2 Millionen Euro der Investitionen flossen in den Bereich Halbfabrikate.

Geschäftssegmente und Belegschaft

55 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Segment Textile Fertigfabrikate der Firma Vossen. 45 Prozent entfallen auf den Bereich Halbfabrikate mit Spinnereien und Weberei.

Die Zahl der Mitarbeitenden liegt aktuell bei 389, nach 399 im Jahr 2024. Vor der Strukturanpassung 2023 beschäftigte Linz Textil 427 Mitarbeitende. Rund 40 Prozent der Beschäftigten sind in der Produktion tätig, etwa 60 Prozent sind Angestellte. Mehr als die Hälfte der Belegschaft (56 Prozent) arbeitet in Österreich, der Frauenanteil liegt bei 58 Prozent.

Finanzvorständin Jungwirth erklärte, derzeit seien keine Kündigungen vorgesehen.

Strategie, Forschung und Entwicklung

Linz Textil fokussiert sich im Textilbereich auf weniger preissensitive Segmente. Vorstandsvorsitzender Kai Seesemann erläuterte, das Unternehmen wolle sich in diesen Bereichen von asiatischen Mitbewerbern abheben. Seesemann gab an, seit 30 Jahren in der Branche tätig zu sein und häufig als Krisenmanager gearbeitet zu haben. Er ist seit Jahresbeginn Vorstandssprecher der Linz Textil Holding AG.

Seesemann erklärte, die europäische Textilindustrie sei sich einig, dass es nicht ohne Kollaboration und Austausch gehe. Linz Textil verstehe sich als Netzwerker und Anbieter von Plattformen, um gemeinsam Produkte zu entwickeln. Der neue Geschäftsführer Vertrieb ist Carl Mrusek. Seesemann geht von einer Umsatzsteigerung im laufenden Jahr aus.

Bei Vossen und im Bereich Halbfabrikate sind je fünf Mitarbeitende ganz auf Forschung und Entwicklung konzentriert. Mehrere weitere Mitarbeitende sind am Forschungs- und Entwicklungsprozess beteiligt.

Neue Fasern und nachhaltige Materialien

In der Viskose-Spinnerei in Klanjec in Kroatien wurden neue Spinntechnologien eingeführt. In der Weberei in Linz wird der Einsatz von Recyclingmaterialien weiter forciert. Linz Textil hat vollständig recycelte Garne im Sortiment, die auch eingesetzt werden.

In Linz werden flammhemmende und hoch reißfeste Gewebekonstruktionen für Berufsbekleidung und Stoffe hergestellt. Mit einem großen Partner plant Linz Textil komplett recycelbare Berufskleidung für den Krankenhaus- und Pflegebereich.

Gemeinsam mit dem Unternehmen Lenzing wurde eine pflanzliche Modalfaser entwickelt, in die Keramik eingebaut ist, sodass das Material Wärme leitet und isoliert. Das neue Material wird unter dem Namen „Bioncera“ vertrieben. Strickereien und Marken sollen noch im laufenden Jahr mit „Bioncera“ beliefert werden. Ab 2027 könnte Kleidung aus „Bioncera“ im Handel erhältlich sein.

Linz Textil testet zudem ein karbonisiertes Viskosegewebe, über das Wärme in den Raum eingebracht werden kann.

Kreislaufprojekte und Online-Strategie

Mit dem Unternehmen Vossen soll im Bereich Handtuch ein kompletter Nachhaltigkeitskreislauf entwickelt werden, der im Jahr 2027 umgesetzt sein soll. Es werden Überlegungen angestellt, Alttextilien aus Sammelstellen wiederzuverwenden sowie Fast-Fashion-Abfälle aufzuarbeiten und wieder dem Kreislauf zuzuführen.

Vossen hat im Onlinebereich ein Wachstum erzielt, das die Stagnation im stationären Handel kompensiert hat. Das Unternehmen nutzt Lizenzmarken wie „The Peanuts“ und setzt Kooperationen, unter anderem mit der Fernsehköchin Silvia Schneider als Gesicht einer neuen Küchenkollektion, ein. Vossen will mit Lizenzmarken und Kooperationen über den deutschsprachigen Markt hinaus und in neue Segmente expandieren.

Finanzvorständin Jungwirth nannte als Prioritäten für das laufende Jahr Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit, die Erschließung neuer Branchen und den Ausbau des Online-Geschäfts.