Initiativen fordern mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum in Wien
In Wien stehen im öffentlichen Raum nach Angaben von Interessensvertretungen deutlich weniger Sitzplätze zur Verfügung als in vergleichbaren Städten. Mehrere Initiativen drängen daher auf zusätzliche Sitzmöglichkeiten, insbesondere ohne Konsumzwang.
Als Beispiel für fehlende Sitzplätze wird die Wallensteinstraße genannt. Dort wird insbesondere auf stark frequentierten Straßen mehr Raum zum Verweilen gefordert.
Initiative „geht doch“ pocht auf mehr Sitzplätze
Die Initiative „geht doch“ setzt sich für mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum ohne Konsumzwang ein. Obfrau Hanna Schwarz betont, dass auf stark frequentierten Straßen alle 100 bis 200 Meter die Möglichkeit zum Sitzen notwendig sei, um eine inklusive und barrierefreie Stadt zu gewährleisten.
Gelegenheiten zum Sitzen können demnach Alltagswege für eine immer älter werdende Gesellschaft entweder beschwerlicher oder erleichternder machen. Sitzgelegenheiten entlang des Weges sind laut den Ausführungen besonders für ältere Menschen oder Personen mit Mobilitätseinschränkungen oft entscheidend dafür, ob eine Strecke zu Fuß zurückgelegt wird.
Schwarz beschreibt Wien derzeit als nicht gut mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Im internationalen Vergleich sieht sie die Stadt „so mittendrin“ und ortet Handlungsbedarf.
Vergleich mit Kopenhagen und fehlende Datengrundlage
In Kopenhagen sind den Angaben zufolge in acht von zehn Straßen im Durchschnitt Sitzgelegenheiten vorhanden. In Wien trifft dies im Durchschnitt auf zwei von zehn Straßen zu.
Als zentrales Problem wird angeführt, dass die Stadt Wien über keinen vollständigen Datensatz verfügt, aus dem hervorgeht, wo Sitzgelegenheiten tatsächlich vorhanden sind.
Potenzialkarte soll Lücken sichtbar machen
Mit der „Potenzialkarte Sitzmöglichkeiten“ steht ein Instrument zur Verfügung, in das jede Person Eintragungen zu bestehenden Sitzgelegenheiten vornehmen kann. In dieser Karte sind Bereiche mit ausreichend Sitzgelegenheiten grün markiert, Zonen mit Mangel an Sitzplätzen werden lila eingefärbt.
Die Potenzialkarte wird als Aufforderung an die Politik verstanden, bei der Gestaltung und Umgestaltung von Straßen genügend Orte zum Verweilen einzuplanen. Ziel ist es, Wien Schritt für Schritt barrierefreier und lebenswerter zu machen.








