Menschenhandelsvorwürfe in Tiroler Hotel: Gewerkschaft vida fordert schärferes Vorgehen der Wirtschaftskammer
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Gewerkschaft kritisiert Arbeitsbedingungen nach Razzia in Tiroler Hotel

Nach einer Kontrolle in einem Hotelbetrieb im Bezirk Landeck in Tirol, bei der der Verdacht auf Menschenhandel im Raum steht, hat die Gewerkschaft vida scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Branche geübt. Die Gewerkschaft forderte ein strengeres Vorgehen der Wirtschaftskammer und mehr Aufklärung.

Ende Februar waren Finanzpolizei und Landespolizeidirektion Tirol zu einer Kontrolle in dem Hotel ausgerückt. Dabei wurden neun Personen ohne gültige Papiere aufgegriffen. Im Zusammenhang mit der Razzia steht der Verdacht des Menschenhandels.

Kritik an Anwerbung und Abhängigkeit von Drittstaatenarbeitern

Nach Angaben der Gewerkschaft vida wurden die betroffenen Beschäftigten in Brasilien angeworben. Ihnen seien Arbeitsbedingungen angeboten worden, die letztlich weit unter dem österreichischen Kollektivvertrag liegen würden. Die Gewerkschaft kritisierte in diesem Zusammenhang die Abhängigkeit von Drittstaatenarbeitern.

Die vida-Sprecherin Eva Eberhard übte deutliche Kritik an der Vorgehensweise der Hotelbetreiber und an der Behandlung von Beschäftigten in der Tourismusbranche. Sie wird mit der Aussage zitiert, dass Beschäftigte nicht auf Augenhöhe, wie Menschen zweiter Klasse und für einen Hungerlohn ausgenützt werden könnten. Das Geschehen in Tirol finde sie furchtbar, von solchen Vorfällen sei sie aber nicht mehr überrascht.

Vorwurf systematischer Ausbeutung

Eberhard sprach von einer systematischen Ausbeutung innerhalb der Branche. Sie kritisierte, dass die Bindung ausländischer Arbeitskräfte an spezifische Arbeitgeber ein Abhängigkeitsverhältnis schaffe, das Ausbeutung begünstige. Der aktuelle Fall wird als Teil einer von der Gewerkschaft immer wieder angeprangerten Reihe von Verstößen eingeordnet.

Laut Eberhard entstanden neben individuellem Leid auch öffentliche Schäden durch den Missbrauch von Arbeitskräften. Für die illegal Beschäftigten seien keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt worden, wodurch dem Staat wichtige Einnahmen entgangen seien. Sie stellte die Frage nach der moralischen Verantwortung der Branche gegenüber dem Solidaritätsprinzip des Sozialstaats. Zugleich geht sie davon aus, dass seriöse Arbeitgeber in der Branche in der Mehrheit sind.

Forderungen an die Wirtschaftskammer

Die Gewerkschaft vida forderte die Wirtschaftskammer auf, Skandale als Gelegenheit zu nutzen, um intensiv gegen ausbeuterische Betriebe vorzugehen. Darüber hinaus verlangte sie mehr Aufklärung über Rechte und Pflichten in Arbeitsverhältnissen.

Die von der Razzia betroffenen Personen mussten nach dem Bekanntwerden des Falls das Land verlassen. Als Grund wird fehlende arbeitsrechtliche Sicherheit genannt.

Reaktion der Wirtschaftskammer

Alois Rainer, Tourismussprecher der Tiroler Wirtschaftskammer, kommentierte den Verdacht gegen den Hotelbetreiber. Er wird mit der Aussage zitiert, dass jeder Fall von gewerbsmäßiger Schwarzarbeit einer zu viel sei. Rainer geht von einer raschen Aufklärung durch die Behörden aus.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.