mikroVERSUM: Zirl eröffnet faszinierende Erlebniswelt der unsichtbaren Lebewesen
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Neue Erlebniswelt der Mikroorganismen in Zirl eröffnet

In Zirl ist eine neue interaktive Wissenschafts- und Erlebniswelt rund um Mikroorganismen eröffnet worden. Die Einrichtung trägt den Namen „mikroVERSUM“ und richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Umgesetzt wurde das mikroVERSUM als Kooperation der Universität Innsbruck und des auf Reinigungs- und Desinfektionsmittel spezialisierten Unternehmens Hollu. Die Eröffnung fand an einem Mittwoch am Standort der Firma in Zirl statt.

Interaktives Science Center mit 31 Stationen

Das mikroVERSUM ist als interaktives Science Center konzipiert und umfasst 31 Stationen. Dort werden wissenschaftlich fundierte Informationen über Mikroorganismen vermittelt, von ihrer Rolle in ökologischen Abläufen bis hin zur Medikamentenproduktion. Die Ausstellung ist kostenlos zugänglich und mehrsprachig gestaltet.

Die Erlebniswelt ist am Standort der Firma Hollu angesiedelt, die rund 450 Mitarbeiter beschäftigt. Für das mikroVERSUM wurde eine ehemalige Lagerhalle des Unternehmens zu einem großen Ausstellungsraum umfunktioniert. Hollu will das Projekt langfristig unterstützen.

Mikroorganismen entlang eines Tagesablaufs

Die Ausstellung führt die Besucherinnen und Besucher anhand eines Tagesablaufs durch die Welt der Mikroorganismen. Im Modul „Am Morgen“ werden unter anderem Blaualgen und ihre Bedeutung für die Sauerstoffproduktion behandelt. Zudem wird gezeigt, wie sich bei der Handhygiene Keimbelastungen reduzieren lassen, ohne das natürliche Hautmikrobiom zu schädigen.

Ein Modul „Vormittagsspaziergang“ thematisiert den Wald und den Mikrokosmos des Bodens. Dort wird erklärt, wie Mikroorganismen zum Nährstoffkreislauf beitragen und wie sie von Ameisen genutzt werden. Das Modul „Mittagessen“ widmet sich Lebensmitteln, die mithilfe von Mikroorganismen entstehen, und behandelt ihre Bedeutung für die Verdauung.

Im Abschnitt „Nachmittag“ geht es um Mikroorganismen im Wasser. Der Rundgang endet mit dem Bereich „Abend und Nacht“, in dem unter anderem die Frage behandelt wird, warum bestimmte Mikroorganismen leuchten können.

Wissenschaftliche Leitung und Projektentwicklung

Für die wissenschaftliche Leitung des mikroVERSUM sind Alexander Lichius von der Universität Innsbruck sowie die Biologin und Vizerektorin Suzanne Kapelari zuständig, die auch Dekanin der Fakultät für LehrerInnenbildung ist. Den Anstoß für das Projekt gaben die Innsbrucker Mikrobiologen Heribert Insam und Judith Ascher-Jenull.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Innsbruck, weiteren Forschungseinrichtungen und der Firma Hollu weiterentwickelt. Es wurde im Rahmen des LEADER-Programms mit EU-Unterstützung umgesetzt, zudem kamen finanzielle Mittel von Bund und Land. Bei der Eröffnung äußerte sich auch die Rektorin der Universität Innsbruck, Veronika Sexl. Geschäftsführer der Hollu GmbH ist Simon Meinschad.

Öffnungszeiten und Angebote

Von Montag bis Donnerstag werden im mikroVERSUM angemeldete Führungen und Workshops für Schulklassen angeboten. Von Freitag bis Sonntag ist die Ausstellung zwischen 12.00 und 18.00 Uhr für alle geöffnet.

Die Universität Innsbruck informierte in einer Aussendung über die Ausstellung. Darin wird unter anderem darauf hingewiesen, dass Leben auf der Erde ohne Mikroorganismen nicht möglich wäre und dass diese in der öffentlichen Wahrnehmung sowie in der Bildung oft zu wenig beachtet werden. Zudem wird betont, dass zentrale Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und nachhaltige Ressourcennutzung ohne Verständnis mikrobieller Prozesse kaum lösbar seien.