Tausendste Operation mit Operationsroboter in der Landesklinik Hallein
In der Landesklinik Hallein im Tennengau ist in der betreffenden Woche die tausendste Operation mit einem Operationsroboter durchgeführt worden. Der Roboter kommt dort vor allem bei Hernien-Eingriffen zum Einsatz.
Nach Angaben aus der Klinik gelten diese robotergestützten Eingriffe als schonender für Patientinnen und Patienten und als deutlich effizienter für das medizinische Personal.
Einsatz bei Brüchen der Bauchwand
In Hallein wird der Operationsroboter überwiegend für Operationen nach Brüchen der Bauchwand verwendet, darunter Leisten-, Narben- und Nabelbrüche. Die Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, wobei kleine Schnitte in der Bauchdecke als Zugänge gesetzt werden.
Die Operationsinstrumente sind an Roboterarmen angebracht und werden von Chirurginnen und Chirurgen von einer Konsole aus gesteuert. Von dort aus verfügen sie laut Darstellung über eine hervorragende Sicht auf das Operationsfeld.
Arbeitsweise im Operationssaal
Der leitende Oberarzt Franz Mayer beschreibt, dass er bei der Arbeit mit dem Roboter nicht mehr im, sondern sitzend im OP vor der Konsole tätig ist. Er berichtet von einer entspannten Körperhaltung und davon, sich in Ruhe auf die Arbeit konzentrieren zu können.
Mayer zufolge erlaubt der Roboter „Dinge, die man bisher nicht konnte“. Als Beispiel nennt er die Arbeit an der vorderen Bauchwand, bei der gegen die natürliche Richtung nach oben operiert wird. Die Abwinkelung der robotischen Geräte und die damit verbundene Technik ermöglichen nach seinen Angaben in diesem Bereich ein kontrolliertes Nähen, das bei herkömmlicher Laparoskopie schwer oder gar nicht möglich sei.
Erfahrungen von Personal und Patientinnen
Primararzt Klaus Emmanuel berichtet, dass er selbst mit dem Roboter operiert worden ist. Er habe sich dabei in die Hände seines Teams in Hallein begeben, sei professionell behandelt worden und seine Operation sei gut verlaufen. Nach seinen Angaben war er bereits am Tag nach dem Eingriff wieder in der Arbeit und hat auch selbst wieder operiert.
Die ärztliche Direktorin Silvia Reich-Weinberger erklärt, Patientinnen und Patienten würden im Vorfeld über die Anwendung der robotischen Plattform aufgeklärt. Die Reaktionen auf diese Informationen seien über alle Altersgruppen hinweg sehr positiv und positiv neugierig. Nach ihren Angaben wollte bislang niemand nicht mit dem Roboter operiert werden.
Ausbildung am Operationsroboter
Laut Darstellung der Klinik können vor allem junge Ärztinnen und Ärzte mit dem Operationsroboter besser ausgebildet werden. Die Landesklinik Hallein habe dabei eine Vorreiterrolle übernommen. Oberärztin Ana Gabersek berichtet, dass seit zwei Jahren Assistenzärztinnen und Assistenzärzte am Roboter ausgebildet werden und dadurch früher selbst tätig werden können.
In Hallein sei ein eigenes Ausbildungskonzept für den Operationsroboter entwickelt worden, das es nach ihren Angaben weltweit noch nicht gibt. Es sieht vor, dass Assistenzärztinnen und Assistenzärzte schrittweise unter Supervision ausgebildet werden. Dabei sitzt laut Gabersek immer ein Mentor am Roboter, ein Chirurg mit robotischer Erfahrung, der die Ausbildung schrittweise übernimmt.
Primar Klaus Emmanuel verweist in diesem Zusammenhang auf internationale Studien, die zeigen sollen, dass Ausbildung mit dem Roboter leichter gehe und mehr Spaß mache. Zugleich betont er, die Ausbildungszeit werde generell immer kürzer, das Arbeitszeitgesetz habe Einzug gehalten, und Chirurginnen und Chirurgen müssten in kürzerer Zeit gut und solide ausgebildet werden.
Nach Angaben der Klinik ist der Operationsroboter aus dem medizinischen Alltag in Hallein nicht mehr wegzudenken.








