Unterirdisches Mittersteig-Theater steht unter Denkmalschutz – Bautätigkeiten im Gespräch
Das unterirdische Jugendstil-Theater am Mittersteig an der Bezirksgrenze von Wieden und Margareten steht unter Denkmalschutz. Laut Bundesdenkmalamt darf im geschützten Bereich derzeit nicht gebaut werden.
Trotzdem finden am Mittersteig seit Kurzem wieder Arbeiten statt. Ein Anrainer berichtet von einer Baubesprechung mit Planunterlagen.
Denkmalgeschützter Saal im Ferdinandhof
Das Mittersteig-Theater befindet sich im Untergeschoss des überdachten Innenhofs des sogenannten Ferdinandhofs, eines 1910 bis 1911 von den Architekten Kupka und Orglmeister für Ferdinand Böhm errichteten Miethauses. Die Unterschutzstellung aus dem Jahr 2012 umfasst den Saal des Theaters sowie dessen Erschließung von der Straße über das Parterre bis ins Untergeschoss.
Laut Bundesdenkmalamt ist der Saal als einziger erhaltener Mehrzwecksaal seiner Epoche auf der Wieden ein bedeutendes Zeugnis der einstigen Theater- und Vergnügungskultur des Bezirks. Teile der Fassade des Mittersteig-Theaters wurden bereits abgebaut.
Architektur und Nutzungsgeschichte
Der Saal ist in Eisenbetonbauweise ausgeführt und weist ein schlichtes Dekor sowie einen für seine Zeit modernen Raumeindruck auf. An drei Seiten verlaufen umlaufende Galerien, ergänzt wird der Raum durch ein seitlich angeordnetes Vestibül. Die Erschließung erfolgt über ein zentrales Ovalfoyer und angeschlossene Treppenanlagen.
Ab 1918 wurde der Saal als Kino genutzt, 1972 in ein Athletikcenter umgewandelt und später wieder als Theater und Veranstaltungsraum verwendet. Im Gebäude waren im Laufe der Zeit mehrere Kinos und Theater untergebracht, darunter das „Wiedner Grandkino“.
Vielseitige frühere Nutzungen
Der Saal fungierte unter anderem als Außenstelle der Stadthalle und war Treffpunkt des Margaretener Arbeitervereins. Er wurde als Möbellager des Unternehmens „Mala Strana“ genutzt sowie als Judo-Center. Der Boxer Hans Orsolics trainierte dort, und Rainhard Fendrich spielte im Mittersteig-Theater sein erstes Konzert.
Ein ehemaliger Hausbewohner berichtet, dass vor vielen Jahren fast eine Million Euro in die Sanierung des Objekts investiert worden sei. Der Verein „Unter Wien“ hat das ehemalige Kino im Mittersteig-Theater fotografiert.
Eigentumsverhältnisse und Denkmalschutzauflagen
Der Keller, in dem sich das Theater befindet, wurde laut Grundbuch im Vorjahr von einer der 89 Firmen gekauft, in denen Reza Akhavan Eigentümer, Gesellschafter oder Geschäftsführer ist. Akhavan ist Multimillionär und Miteigentümer von JP Immobilien und besitzt Werke von Otto Muehl und Hermann Nitsch.
Das Bundesdenkmalamt wurde vom Eigentümer über ein aktuelles Bauprojekt informiert. Für genehmigungspflichtige Maßnahmen innerhalb des denkmalgeschützten Bereiches liegen dem Bundesdenkmalamt derzeit noch keine Einreichunterlagen vor. Nach Angaben der Behörde darf vor dem Vorliegen solcher Unterlagen innerhalb des geschützten Bereiches eigentlich nicht gebaut werden.
Laut Bundesdenkmalamt haben der lange Leerstand und massive Feuchtigkeitsschäden dem Objekt stark zugesetzt. Eine neue Nutzung und Instandsetzung wären demnach wesentlich für den Erhalt des ehemaligen vorstädtischen Vergnügungszentrums.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








