Bergrettung bringt Wanderer am Geißkarkopf in Sicherheit
Am Geißkarkopf bei Bad Hofgastein ist am Freitagabend ein tschechischer Wanderer in Bergnot geraten. Der Mann wurde in einer nächtlichen Aktion von Bergrettung, Alpinpolizei, Feuerwehr und einem Notarzthubschrauber aus steilem Gelände geborgen.
Der 2.285 Meter hohe Geißkarkopf liegt oberhalb der Rastötzenalm, das Einsatzgebiet befand sich in rund 1.650 Metern Seehöhe in sehr steilem, unwegsamem Gelände in direkter Sichtweite des Gamskarkogels.
Notruf über Bekannten und schwieriger Aufstieg
Der Wanderer konnte sich an der Unglücksstelle weder weiter vor- noch zurückbewegen. Er alarmierte gegen 21.00 Uhr telefonisch einen Bekannten, der daraufhin die Bergrettung verständigte. Einsatzleiter der Bergrettung war Roman Brandstätter.
Ein erstes Bergrettungsteam stieg unter schwierigen Bedingungen in die Nähe des Wanderers auf. Weitere Einsatzkräfte sicherten die Anstiegsroute und brachten zusätzliches Material ins Steilgelände, um dort Sicherungen anzubringen.
Nachtflug-Hubschrauber unterstützt Bergung
Aufgrund des sehr steilen Geländes und des zunächst unbekannten Gesundheitszustandes des Wanderers wurde der nachtflugtaugliche ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 14 aus Niederöblarn im Ennstal in der Obersteiermark angefordert. Bergrettungsleute aus Bad Gastein unterstützten den Einsatz mit Spezialbeleuchtung.
Mittels sehr starker Scheinwerfer wurde das Einsatzgebiet von unten ausgeleuchtet. Gegen 22.40 Uhr setzte das Team des Hubschraubers einen Flugretter mittels Seilwinde beim Wanderer ab. Kurz nach 23.00 Uhr wurde der Mann mittels Windenbergung gerettet und ins Tal geflogen.
Abtransport der Einsatzkräfte und Übung am Folgetag
Nach der Rettung des Wanderers transportierte die Hubschraubercrew fünf Bergretter aus der Wand ins Tal ab, weitere Einsatzkräfte, die weiter unten mithalfen, stiegen zu Fuß ins Tal ab. An der Rettungsaktion beteiligten sich auch Alpinpolizisten und Feuerwehrleute.
Der Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau, Gerhard Kremser, war ebenfalls im Einsatz. Er gab an, dass das Einsatzteam den Wanderer bis zum Eintreffen des Hubschraubers noch nicht ganz erreicht hatte und bezeichnete den Einsatz bei Dunkelheit als sehr gefährlich. Der Hubschrauber sei auch für den Abtransport des Bergrettungsteams wichtig gewesen; ohne ihn hätte die Mannschaft nach seinen Angaben womöglich im Steilgelände biwakieren müssen, um bei Tageslicht wieder ins Tal zu kommen.
Die Gasteiner Bergretter waren gegen 2.00 Uhr wieder zu Hause und starteten bereits um 6.00 Uhr zur Bezirksübung Pongau-Süd. Diese fand am Samstag im Bereich der Rastötzenalm und damit in der Nähe des Einsatzortes statt.








