Nahversorgung in Vorarlberg insgesamt gut, ländliche Regionen unter Druck
Die Nahversorgung mit Lebensmitteln in Vorarlberg wird von der Wirtschaftskammer weiterhin insgesamt als gut bewertet. Gleichzeitig gibt es insbesondere im ländlichen Raum zunehmende Herausforderungen.
In zwölf Gemeinden des Landes gibt es derzeit kein Lebensmittelgeschäft, rund 7.250 Personen haben dadurch keinen Nahversorger im eigenen Ort und müssen auf andere Gemeinden ausweichen.
Mehr Gemeinden ohne Lebensmittelgeschäft
Zum Stichtag verfügten zwölf Gemeinden in Vorarlberg über kein Lebensmittelgeschäft. Dabei handelt es sich um Bildstein, Eichenberg, Hohenweiler, Möggers, Reuthe, Dünserberg, Fraxern, Laterns, Röns, Lorüns, Stallehr und St. Anton. Die Zahl der Gemeinden ohne Lebensmittelgeschäft ist im Vergleich zum Vorjahr um drei gestiegen.
Die Wirtschaftskammer weist darauf hin, dass in Eichenberg die Grundversorgung durch eine ortsansässige Metzgerei gewährleistet ist. In Fraxern ist an drei Tagen pro Woche eine Versorgung sichergestellt.
Hohe Versorgungsdichte in Ballungsräumen
Zu Jahresbeginn wurden in Vorarlberg 226 Lebensmittelgeschäfte mit Vollsortiment und Diskonter betrieben. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl dieser Standorte um sieben gesunken. Insgesamt arbeiten im Vorarlberger Lebensmittelhandel rund 6.300 Beschäftigte, dazu kommen über 230 Lehrlinge.
Nach Angaben der Wirtschaftskammer ist für 79 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung ein Lebensmittelgeschäft innerhalb von einem Kilometer beziehungsweise etwa zwölf Gehminuten erreichbar. Mit dem Fahrrad können 98 Prozent der Bevölkerung ein Lebensmittelgeschäft erreichen. Die Versorgungsdichte in den Ballungsräumen gilt als besonders hoch, während ländliche Regionen zunehmend unter Druck geraten.
Strukturelle Veränderungen im Handel
In 44 Gemeinden gibt es jeweils nur einen Vollsortimentsbetrieb. Diese Gemeinden sind vielfach auf ergänzende Angebote wie Bäckereien oder Metzgereien angewiesen.
Laut Klaus Kramer, Sprecher der Nahversorger, ist die Nahversorgung in Vorarlberg insgesamt weiterhin sehr gut. Die Entwicklung in einzelnen Gemeinden zeige jedoch, dass gezielte Maßnahmen notwendig seien, um die Versorgung langfristig abzusichern. Im Lebensmitteleinzelhandel setze sich eine strukturelle Verschiebung hin zu größeren Betriebstypen fort: Kleine Lebensmittelgeschäfte verlieren nach seinen Angaben zunehmend an Bedeutung, während insbesondere Supermärkte und große Verbrauchermärkte weiter wachsen.
Seit dem Jahr 2000 konnten Supermärkte in Vorarlberg ihre Flächen um rund 42 Prozent steigern, Verbrauchermärkte legten im selben Zeitraum um rund 56 Prozent zu.
Fördermittel und Empfehlungen
Rund eine Million Euro an Fördermitteln werden nach Angaben der Wirtschaftskammer jährlich vom Land Vorarlberg eingesetzt, um nicht wirtschaftlich tragfähige Standorte im Lebensmitteleinzelhandel zu sichern. Angesichts der aktuellen Entwicklungen empfiehlt der Fachgruppenobmann des Lebensmitteleinzelhandels, Daniel Drechsel, eine Weiterentwicklung der bestehenden Förderinstrumente.








