Autismus in der Steiermark: Angebote und neues Diagnostikzentrum
Am 2. April wird weltweit der Welt-Autismus-Tag begangen. Autismus betrifft in Österreich rund ein Prozent der Bevölkerung.
Für die Steiermark wird die Zahl der Menschen mit Autismus mit etwa 87.500 angegeben. Die klinische Psychologin Sonja Mayer vom Grazer Autismus-Hilfsverein „MAGNUS“ nennt diese Zahl in einem ORF-Interview.
Autismus als breites Spektrum
Autismus wird als angeborene, nicht-heilbare neurologische Entwicklungsstörung beschrieben. Fachleute verweisen dabei auf ein breites Spektrum von Ausprägungen.
Christa Hönig-Sterrer vom Grazer Autismuszentrum „Libelle“ berichtet, dass es Kinder mit Autismus gibt, die ohne Sprache in das Zentrum kommen. Zugleich gebe es Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit Autismus mit einem extrem hohen Intelligenzquotienten.
Wahrnehmung und Kommunikation
Sonja Mayer beschreibt, dass Menschen mit Autismus keine Mimik lesen können. Sie könnten demnach nicht erkennen, ob jemand fröhlich, traurig oder wütend ist.
Außerdem schildert sie Unterschiede in der Wahrnehmung von Geräuschen. Menschen mit Autismus könnten Geräusche nicht filtern und nähmen alle Geräusche wahr. Menschen ohne Autismus könnten nach ihren Angaben etwa 95 Prozent der Geräusche wegfiltern.
Versorgungsangebote in der Steiermark
In der Steiermark stehen für Menschen mit Autismus Angebote von Diagnostik über Therapie bis hin zu Schulungen für Eltern sowie Beratung in Schulen zur Verfügung. Fachkräfte gehen in Institutionen und Schulen und klären dort über Autismus und spezielle Themen rund um Autismus-Spektrum-Störungen auf.
Als wichtiger Baustein der Autismushilfe in der Steiermark wird die „Lebenshilfe Region Judenburg“ genannt. Sie ist das einzige Autismuszentrum außerhalb der Landeshauptstadt Graz.
Lebenshilfe Region Judenburg erweitert Angebot
Die Geschäfte der „Lebenshilfe Region Judenburg“ führt Sandra Rinofner. Nach ihren Angaben betreut die Einrichtung etwa 120 Personen vor Ort, die Zahl der betreuten Personen steigt tendenziell.
Noch im April soll bei der „Lebenshilfe Region Judenburg“ ein neues Diagnostikzentrum eröffnen. Dort sollen Diagnosen gestellt werden, unter anderem zu Autismus, ADHS und verschiedenen anderen Formen. Betroffene und Angehörige sollen dadurch noch früher und gezielter unterstützt werden.








