Niederösterreich auf dem Weg zum Radeldorado: Massive Investitionen und Innovationen für den Radtourismus geplant
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Niederösterreich baut Radtourismus weiter aus

Mehr als zehn Prozent der Urlaubsgäste kommen zum Radfahren nach Niederösterreich. Das Land setzt daher verstärkt auf Investitionen in das Radwegenetz, insbesondere entlang der Donau.

Vor allem der Donauradweg soll für internationale Gäste attraktiver gestaltet werden. In Niederösterreich verläuft er auf 260 Kilometern von Ennsdorf im Bezirk Amstetten bis Berg im Bezirk Bruck/Leitha.

Investitionen und internationale Kooperationen

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kündigte bei einer Pressekonferenz am Donauradweg in Tulln an, dass bis 2028 mehr als 600.000 Euro in den Donauradweg investiert werden sollen. Das Geld soll in bessere Orientierung, mehr Sichtbarkeit für Angebote im Umland und ein stärkeres Gesamterlebnis entlang der Strecke fließen.

Zwischen Passau und Bratislava sind jedes Jahr etwa 900.000 Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Nach Angaben von Mikl-Leitner bleibt davon nur rund ein Drittel über Nacht, und nur sieben Prozent fahren die gesamte Strecke von Passau bis Wien beziehungsweise Bratislava. Um hier touristisch stärker zu werben, ist eine intensivere Zusammenarbeit mit Ländern wie Deutschland und Ungarn geplant.

Projekt „Donauradweg 3.0“ und neue Angebote

Michael Duscher, Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung, bezeichnete den Donauradweg als „Route 666“ für Radurlauber in Niederösterreich. Unter dem Begriff Donauradweg versteht er auch Ausflugsziele und Gastronomiebetriebe im Um- und Hinterland.

Mit der Rad- und Erlebniskarte, die es digital und in gedruckter Form gibt, sollen Radtouristinnen und -touristen motiviert werden, vom Donauradweg in das Umland abzubiegen. Das Projekt „Donauradweg 3.0“ umfasst 108 Gemeinden entlang und im Hinterland der Donau, die sich touristisch besser vermarkten wollen.

Radwegenetz und Qualitätsoffensive

In Niederösterreich stehen den Gästen insgesamt mehr als 13.000 Kilometer Radstrecken zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem der Triesting-Gölsental-Radweg und der Iron Curtain Trail. Die Wege werden von Genussradlern, Familien und sportlichen Bikerinnen genutzt.

Die Radgäste sorgen in Niederösterreich für über 400.000 Nächtigungen pro Jahr. Der Ausbau des Radwegenetzes soll weiter vorangetrieben werden. Vor kurzem investierte das Land 1,8 Millionen Euro in den Ybbstalradweg, der um 55 Kilometer verlängert wurde. Mikl-Leitner formulierte das Ziel, Niederösterreich zum „Radeldorado in Europa“ zu machen.

Zur Qualitätsoffensive im Radtourismus zählen 390 zertifizierte, als radfreundlich gekennzeichnete Betriebe, darunter Gasthäuser, Campingplätze und Radverleihe.