Niederösterreich tritt europäischer Wasserstoffinitiative bei
Niederösterreich ist der europäischen Initiative „Hydrogen Europe“ beigetreten. Der Beitritt erfolgte im Rahmen des Europa-Forums Wachau.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bezeichnete den Schritt als wichtigen Beitrag für die Energiezukunft des Bundeslandes und betonte die Rolle von Wasserstoff in der europäischen Energiepolitik.
Internationale Vernetzung und Rolle in Europa
„Hydrogen Europe“ ist eine Interessensvertretung der europäischen Wasserstoffwirtschaft in Brüssel. Nach Angaben des Landes vereint der Verband mehr als 600 Mitglieder, über 40 europäische Regionen und mehr als 30 nationale Wasserstoffverbände. Die Mitglieder kommen aus Bereichen wie Energieversorgung, Industrie, Infrastruktur, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen.
Mit dem Beitritt stärkt Niederösterreich seine internationale Vernetzung. Das Bundesland soll die europäische Energiepolitik in Fragen von Rahmenbedingungen, Förderungen, Regulierungen und der Ausgestaltung des Wasserstoffmarkts intensiver mitgestalten können. Mikl-Leitner sagte, Niederösterreich unterstreiche damit seinen Anspruch, eine führende Rolle in der europäischen Energietransformation einzunehmen.
Aussagen zur Energiepolitik und Wasserstoffstrategie
Mikl-Leitner erklärte, Staaten würden Energie als Waffe einsetzen. Es sei notwendig, im Bereich der Energieunabhängigkeit mehr Tempo zu machen. Wasserstoff bezeichnete sie als Thema der Zukunft, das einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zu leistbaren Energiepreisen und zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen leisten könne.
Sie betonte die Bedeutung des Zusammenspiels von Wasserstoff mit Photovoltaik und Windkraft. Wasserkraft bezeichnete sie als entscheidende Speicherlösung für Überschussenergie in diesem Zusammenhang. Investitionen in Wasserstoffprojekte würden nach ihren Worten zusätzliche Jobs schaffen, die Industrie stärken und zur Energiesouveränität beitragen. Wasserstoff solle dort eingesetzt werden, wo er den größten wirtschaftlichen und klimapolitischen Nutzen bringe.
Österreichische Wasserstoffstrategie und Forschung
Die österreichische Wasserstoffstrategie sieht bis 2030 den Aufbau von 1 Gigawatt Elektrolysekapazität vor. Von 2021 bis 2024 sind in Österreich rund 166 Millionen Euro in öffentliche Forschungsprojekte im Bereich Wasserstoff geflossen. In der Hydrogen Partnership Austria arbeiten mehr als 110 Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, um den Wasserstoffhochlauf in Österreich voranzutreiben.
Neuer Sonderbeauftragter und Stimmen aus „Hydrogen Europe“
Ab 1. Juni wird Lukas Renz als Sonderbeauftragter des Landes Niederösterreich für die europäische Wasserstoffstrategie fungieren. Renz ist CEO und Gründer der HydroSolid GmbH und war zuletzt für ein Jahr Young Energy Ambassador der EU-Kommission.
Renz bezeichnete seine Rolle als „Brückenbauer“ beim Thema Wasserstoff. Es gehe ihm darum, eine Zukunftshoffnung aufzubauen und die Energiesouveränität zu verteidigen. Als Länder, von denen man weniger abhängig sein solle, nannte er Russland und den Iran.
Jorgo Chatzimarkakis, CEO des europäischen Wasserstoffverbandes „Hydrogen Europe“, sagte beim Europa-Forum Wachau, Österreich sei ein wichtiges Wasserstoffland der ersten Stunde gewesen. Er freue sich, dass Niederösterreich als starke Region dazu beitrage, Energiesouveränität aufzubauen. Überschüssigen Strom könne man in Wasserstoff umwandeln, speichern und für Transport und Industrie nutzen.
Chatzimarkakis erklärte, es sei an der Zeit, das Narrativ des Klimaschutzes um das Narrativ der Resilienz zu ergänzen. Energiesouveränität werde nach seinen Worten nicht erreicht werden, wenn bürokratische Hemmnisse rund um Wasserstoff nicht beseitigt würden.








