Niederösterreich plant eigene Regeln für Bau von Rechenzentren
In Niederösterreich sollen erstmals spezifische Vorgaben für den Bau von Rechenzentren eingeführt werden. Das Land reagiert damit auf eine wachsende Zahl von Projekten und eine steigende Bedeutung digitaler Anwendungen.
Bei einer Pressekonferenz wurde eine eigene Strategie für Rechenzentren vorgestellt. Zudem ist eine Novelle der Raumordnung geplant, die neue Widmungskategorien und Zuständigkeiten festlegt.
Hoher Flächen- und Energiebedarf
Im digitalen Alltag werden unter anderem E-Mails, Streaming, Onlinebanking und Künstliche Intelligenz genannt, die Rechenzentren benötigen. Nach Angaben des Landes liegen derzeit rund 100 Anfragen für neue Rechenzentren vor.
Diese Projekte würden eine Stromleistung von etwa 3.400 Megawatt benötigen und damit mehr als doppelt so viel wie der gesamte Jahresstromverbrauch des Landes. Für die angefragten Vorhaben wären Flächen im Ausmaß von bis zu 50 Fußballfeldern erforderlich.
Strategie und neue Raumordnung
Niederösterreich hat nach eigenen Angaben eine Strategie für Rechenzentren erstellt, die am Donnerstag im Landhaus in St. Pölten präsentiert wurde. Das Land befürwortet den Ausbau grundsätzlich und verweist dabei auf Wertschöpfung und Arbeitsplätze.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte im Zusammenhang mit Nutzungskonflikten, es sei wichtig, dass Rechenzentren dort entstehen, wo ausreichend Energie verfügbar ist, wo entstehende Abwärme genutzt werden kann und wo starke Netze vorhanden sind.
Kernstück der Pläne ist eine Novelle der Raumordnung. Für Rechenzentren mit einer Fläche von mehr als einem halben Hektar soll es künftig eine eigene Widmungskategorie geben. Damit erhält das Land nach eigenen Angaben mehr Entscheidungsgewalt bei der Standortvergabe.
Zuständigkeiten nach Projektgröße
Kleine Rechenzentren bis 0,5 Hektar sollen weiterhin von den Gemeinden geregelt werden. Für mittlere Projekte bis drei Hektar bleiben die Gemeinden zuständig, allerdings mit der Widmungskategorie „Bauland-Sondergebiet Rechenzentrum“ und in Abstimmung mit dem Land.
Große Rechenzentrumsprojekte über drei Hektar sollen künftig vom Land direkt über Einzelstandortverordnungen gesteuert werden. Die Zuständigkeiten und die Steuerung der Standorte wurden von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) erläutert.
Standortkriterien und Netzzugang
Konkrete Standorte, an denen künftig Rechenzentren errichtet werden können, wurden noch nicht genannt. Mit der Reform sollen die Flächen gemeinsam mit Interessenten evaluiert werden.
Im Strategiepapier ist vorgesehen, Flächen in der Nähe von erneuerbaren Stromquellen, von Umspannwerken und mit vorhandener Glasfaserinfrastruktur zu priorisieren. Zudem sollen Brachflächen und Baulandreserven Grünland vorgezogen werden.
Beim Netzzugang will das Land eine Priorisierung zugunsten der öffentlichen und der kritischen Infrastruktur vornehmen. Der Beschluss der Raumordnungsnovelle im Landtag Niederösterreich ist für den 23. April geplant.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








