Deutliche Unterschiede bei Bevölkerungsentwicklung in Niederösterreich
In Niederösterreich zeigen aktuelle Daten der Statistik Austria deutliche Unterschiede bei Bevölkerungswachstum und -rückgang. Besonders stark wächst demnach Wiener Neustadt, während der Bezirk Gmünd den größten Rückgang im Bundesland verzeichnet.
Mit Stichtag 1. Jänner 2026 lebten in Wiener Neustadt um 1,8 Prozent mehr Menschen als zu Jahresbeginn 2025. Im Bezirk Gmünd ging die Bevölkerungszahl im selben Zeitraum um 0,7 Prozent zurück.
Wachstumsschwerpunkt Wiener Neustadt
Laut Statistik Austria war das Bevölkerungswachstum in Wiener Neustadt zuletzt besonders groß. Die Stadt gilt landesweit als Spitzenreiter beim Zuwachs. In den vergangenen 35 Jahren kamen dort etwa 15.000 Menschen zur Bevölkerung hinzu.
Als Gründe für die Attraktivität der Stadt werden von Bewohnerinnen und Bewohnern vor allem die gute Erreichbarkeit und das Angebot vor Ort genannt. Eine Passantin betont, dass man in Wiener Neustadt „alles schnell erreichen kann“. Eine weitere Bewohnerin hebt hervor, dass es dort alles gebe, einschließlich Kultur, Einkaufs- und Sportmöglichkeiten sowie Schulen. Für viele Menschen zählen zudem die guten öffentlichen Verbindungen für Pendlerinnen und Pendler.
Rückläufige Zahlen im Bezirk Gmünd
Der Bezirk Gmünd verzeichnet laut Statistik Austria den stärksten Bevölkerungsrückgang innerhalb Niederösterreichs. Viele Gemeinden im Waldviertel sind mit sinkenden Bevölkerungszahlen konfrontiert.
Bei einem Lokalaugenschein in Heidenreichstein im Bezirk Gmünd wurden Passantinnen und Passanten zu den Entwicklungen befragt. In den Gesprächen wurden Schließungspläne für das Krankenhaus im Bezirk als Problem genannt. Außerdem verwiesen Befragte darauf, dass Bankfilialen, Postämter und Nahversorger schließen. Ein mangelndes Jobangebot wird von ihnen als Grund genannt, warum insbesondere junge Menschen wegziehen.
Herausforderungen für Infrastruktur und Planung
Die Bevölkerungsunterschiede stellen Regionen mit Wachstum und Schrumpfung vor unterschiedliche Aufgaben. Romina Jenei, Leiterin des Beratungsunternehmens RegioPlan, das Standort- und Marktanalysen durchführt, weist darauf hin, dass zusätzlich zur Bevölkerungszunahme Wohnraum und Infrastruktur benötigt werden.
Laut Jenei brauchen zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner Infrastruktur wie Bildungs- und Betreuungsangebote. Mehr Bevölkerung führe zudem zu mehr Müll, mehr Verkehr und mehr Abwasser. Für den Ausbau sei ein Plan nötig, damit es zu keinem Wildwuchs kommt. Sie betont, dass eine Standortstrategie erforderlich ist.
In Regionen mit sinkender Bevölkerungszahl beschreibt Jenei ineffiziente Infrastruktur und Leerstände als Problemfelder. Zersiedelung sei problematisch, kleinere, kompakte Ortskerne seien aus ihrer Sicht besser als halbleere Straßen. Die Planung in solchen Regionen bezeichnet sie als Herausforderung.
Faktoren für Zu- und Abwanderung
Jenei zufolge hängt die Verlagerung des Lebensmittelpunkts von mehreren Faktoren ab. Entscheidend seien dabei Leistbarkeit und kurze Wege. Schulen, Betreuungseinrichtungen, Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten sollten nicht weit entfernt sein; es sei heutzutage ein Komfort, wenn diese Einrichtungen in der Nähe sind.
Im Zusammenhang mit der Bevölkerungsentwicklung wird festgehalten, dass leistbares Wohnen und Infrastruktur als zentrale Faktoren gelten, wenn Menschen entscheiden, ob sie in einer Region bleiben oder ihren Wohnort verlagern.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








