Landwirtschaft in Niederösterreich rüstet sich gegen anhaltende Trockenheit
In Teilen Niederösterreichs sorgt anhaltende Trockenheit für eine angespannte Lage in der Landwirtschaft. Besonders betroffen sind laut Einschätzungen landwirtschaftlicher Vertretungen Ackerbau und Futterproduktion.
In Geras im Bezirk Horn ist im April rund 80 Prozent weniger Niederschlag gefallen als üblich. Auch in anderen Regionen Niederösterreichs wird von geringen Niederschlagsmengen im März und April berichtet.
Staubtrockene Felder und drohende Ertragseinbußen
In Hafnerbach im Bezirk St. Pölten sind die Felder des Biobauern Robert Strohmaier nach derzeitigem Stand staubtrocken. Auf seinen Butternusskürbis-Feldern und in den Erdbeer-Folientunneln geht es demnach nicht ohne Bewässerung.
Strohmaier erklärt, eine solche Trockenheit im Frühjahr noch nie erlebt zu haben. Der Weizen und Dinkel auf seinem Feld sei sehr ausgetrocknet, er rechnet mit Ertragseinbußen. In der Vorwoche habe es in der Region noch Frost gegeben, die aktuelle Dürre wird jedoch als deutlich gravierender beschrieben.
Strohmaier verweist auf Wettervorhersagen, wonach in den kommenden 14 Tagen maximal ein bis fünf Millimeter Niederschlag zu erwarten seien. Diese Mengen würden aus seiner Sicht sofort wieder verdunsten. Es wäre für die Betriebe erträglicher, wenn rasch mehr Regen käme.
Anpassungsstrategien und „klimafitte“ Sorten
Die Landwirtschaftskammer berichtet, dass sich Betriebe an die veränderten Bedingungen anzupassen versuchen. Langfristig soll verstärkt auf klimafitte Sorten gesetzt werden. Vizepräsident Lorenz Mayr betont, man müsse sich darauf einstellen, dass es heißer werde und längere Trockenperioden häufiger auftreten.
Nach seinen Angaben folgt auf längere Trockenphasen oft Gewitter mit starken Niederschlägen. Eine der Reaktionen darauf sei, weniger mit Kulturen zu arbeiten, die im Frühjahr angebaut werden, da diese Probleme hätten, wenn sie im trockenen Staub liegen. Zudem gebe es Möglichkeiten, den Boden weniger zu bearbeiten. Als Beispiel nennt Mayr Direktsaaten, bei denen die Saat direkt in den Boden eingebracht wird.
Regionale Engpässe bei Futtergrundlage
Mayr erläutert, dass es heuer in ganz Niederösterreich, im Osten, im Waldviertel und im Mostviertel kaum Niederschlag gegeben habe. Im Waldviertel und im Mostviertel werde die Futtergrundlage für die Tierhaltung eng. In diesem Zusammenhang spricht er von großen Herausforderungen für die Betriebe.
Nach einer Videobeschreibung zur aktuellen Situation sorgt extreme Trockenheit im März und April in der Landwirtschaft für Nervosität. Ausfälle dürfte es demnach vor allem bei Wintergetreide, Mais, Soja und im Grünland geben. Niederösterreich wird dabei als besonders betroffen bezeichnet.
Bewässerung und mögliche Nutzung von Donauwasser
Seit längerem gibt es die Forderung, Wasser aus der Donau zu entnehmen, um Felder zu bewässern. Mayr erklärt, dass man bei der Nutzung von Donauwasser zur Bewässerung derzeit dabei ist, konkrete Schritte zu setzen.
Bei der Bewässerung gehe es nach seinen Worten häufig nicht um eine Steigerung der Erträge, sondern um das Überleben oder Nicht-Überleben der Pflanze.








