Norbert Gstrein erhält Siegfried Lenz Preis 2026
Der Schriftsteller Norbert Gstrein erhält den Siegfried Lenz Preis 2026. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.
Die Siegfried Lenz Stiftung gab die Entscheidung am Donnerstag bekannt. Die Verleihung findet am 11. September im Hamburger Rathaus statt.
Preisverleihung in Hamburg
Die Laudatio bei der Verleihung hält der Schriftsteller Daniel Kehlmann. Mit dem Siegfried Lenz Preis werden alle zwei Jahre internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller geehrt, deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nahe ist. Lenz lebte von 1926 bis 2014.
Zu den bisherigen Trägern des Preises zählen der Israeli Amos Oz, der Engländer Julian Barnes, der Amerikaner Richard Ford und die amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout. Im Jahr 2024 ging die Auszeichnung an die irische Autorin Claire Keegan.
Werk und Auszeichnungen Gstreins
Norbert Gstrein wurde am 3. Juni 1961 in Mils bei Imst geboren und lebt in Hamburg. Im Hanser Verlag erschienen von ihm die Romane „Als ich jung war“ (2019), „Der zweite Jakob“ (2021), „Vier Tage, drei Nächte“ (2022) sowie 2026 „Im ersten Licht“.
Mit „Der zweite Jakob“ war Gstrein für den Deutschen Buchpreis nominiert. Der Roman „Im ersten Licht“ brachte ihm eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse ein.
Gstrein wurde bereits mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Alfred-Döblin-Preis, der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Uwe-Johnson-Preis, der Österreichische Buchpreis 2019, der Düsseldorfer Literaturpreis und der Thomas-Mann-Preis. Im Vorjahr lag er bei den Wettquoten für den Literaturnobelpreis unter den Top 30.
Begründung der Jury
Die Jury bezeichnet Norbert Gstrein als einen Autor, der eigenständig an die Literatur der klassischen Moderne anknüpft und deren Motive und Themen konsequent weiterentwickelt. Sein Werk kreise um erkenntnistheoretische und moralische Fragen wie Identität, Wahrheit und Schuld.
Laut Jurybegründung konfrontiert Gstrein seine Leserinnen und Leser mit der Vorstellung, dass jedem Erzählten zu misstrauen ist und es keine Verlässlichkeiten sowie nur scheinbar einfache Kausalitäten gibt.








