Wipptal: Züge sollen in Ausnahmefällen für Rettungstransporte dienen
Im Wipptal könnten in Zukunft in Ausnahmefällen Rettungstransporte mit dem Zug durchgeführt werden. Die Bahn soll in Notlagen als zusätzliche Rückfallebene dienen, insbesondere wenn Flugsperren bestehen oder Schlechtwetter und verstopfte Straßen die Anfahrt erschweren.
Das Projekt ist als rein schienengebundene Option konzipiert und steht ab sofort als weiteres, lokal im Wipptal verankertes Backup zur Verfügung. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt, das exklusiv auf das Wipptal zugeschnitten und speziell für die geografischen Gegebenheiten der Region entwickelt wurde.
Start im Zeitraum der Brennerblockade
Der Start des Projekts ist planmäßig im Zeitraum der Brennerblockade vorgesehen. Während der Blockade soll die Eisenbahn im Wipptal für dringende Krankentransporte eine Rückfallebene bilden. Diese für die Brennerblockade vorgesehene Rückfallebene mit der Eisenbahn soll auch nach der Blockade aufrecht bleiben.
Das Projekt ist laut Angaben nicht zur Ausweitung auf andere Gebiete gedacht, sondern auf das Wipptal begrenzt. Das Rote Kreuz Innsbruck-Land bezeichnet die schienengebundene Rettungsoption als neu geschaffen.
Ablauf der Transporte per S-Bahn
Das Verfahren sieht vor, dass Rettungs- und Notarztteam mit Patientin oder Patient und Fahrtrage an den Bahnhöfen Steinach oder Matrei zusteigen. Die Einsatzkräfte steigen in den Mehrzweckbereich einer regulär verkehrenden S-Bahn ein.
Ab Steinach fährt tagsüber halbstündlich ein Regionalzug in Richtung Innsbruck. Die Fahrtzeit von Steinach oder Matrei zum Hauptbahnhof Innsbruck beträgt rund 20 Minuten. Während dieser Fahrt soll eine lückenlose intensivmedizinische Betreuung sichergestellt werden.
Nach der Ankunft am Hausbahnsteig des Hauptbahnhofs Innsbruck erfolgt eine unmittelbare Übergabe an ein bereitstehendes Anschluss-Rettungsmittel. Dieses übernimmt den weiteren Transport in die Klinik.
Zusätzliche Maßnahmen während der Brennerblockade
In der Zeit der Brennerblockade wird auf der gesperrten Brennerautobahn ein eigener Fahrkorridor für Rettungsfahrzeuge eingerichtet. In der Region Wipp- und Stubaital wird an diesem Tag die Zahl der Rettungswagen laut Rotem Kreuz Innsbruck-Land verdoppelt: Statt drei stehen sechs Rettungsfahrzeuge im regulären Dienst zur Verfügung.
Zusätzlich befindet sich die Sondereinsatzgruppe Wipptal (SEG) des Roten Kreuzes Innsbruck-Land in erhöhter Alarmbereitschaft, um bei Bedarf rasch mit zusätzlichem Personal und logistischem Gerät zu unterstützen. Die Besatzungen der Rettungsmittel werden zudem durch die Motorradstaffel des Roten Kreuzes Innsbruck-Land verstärkt, die aufgrund ihrer Mobilität auch bei zähflüssigem Verkehr im Wipptal flexibel agieren können soll.
Rolle der First Responder im Wipptal
Eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Versorgungsgeschwindigkeit spielt das First-Responder-System Wipptal. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche Sanitäterinnen und Sanitäter des Roten Kreuzes, die in der Region wohnen oder dort arbeiten.
Die First Responder sind in ihren Privatfahrzeugen mit medizinischen Notfallrucksäcken ausgestattet und führen Defibrillatoren mit. Bei akut lebensbedrohlichen Meldungen werden sie parallel zum regulären Rettungsdienst alarmiert.








