Oberösterreichs Kriminalstatistik 2025: Weniger Anzeigen, aber Cyberkriminalität auf dem Vormarsch
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Kriminalstatistik 2025: Leichter Rückgang der Anzeigen in Oberösterreich

In Oberösterreich sind im Jahr 2025 insgesamt 66.784 Straftaten bei der Polizei angezeigt worden. Damit wurde im Vergleich zu 2024 ein leichter Rückgang verzeichnet.

Etwas mehr als 60 Prozent der angezeigten Straftaten wurden 2025 aufgeklärt. Die Kriminalitätszahlen wurden am Dienstagvormittag vom Landeskriminalamt Oberösterreich präsentiert.

Aufklärungsquote über Bundesdurchschnitt

Bundesweit wurden 2025 insgesamt 538.656 Anzeigen registriert. Österreichweit lag die Aufklärungsquote bei 53,6 Prozent, in Oberösterreich bei 60,7 Prozent und damit über dem bundesweiten Durchschnitt.

Der Leiter des Landeskriminalamtes Oberösterreich, Gottfried Mitterlehner, erklärte, Oberösterreich sei von den großen Bundesländern jenes mit der besten Aufklärungsstatistik. Nur die kleineren Bundesländer Kärnten und Vorarlberg liegen laut Mitterlehner bei der Aufklärungsquote vor Oberösterreich.

Gewaltkriminalität und schwere Delikte

Im Jahr 2025 wurden in Oberösterreich sieben Morde verzeichnet. Von den sieben Mordopfern waren drei weiblich.

Insgesamt registrierte die Polizei 10.345 Gewaltdelikte. Bei knapp 62 Prozent dieser Fälle bestand eine Täter-Opfer-Beziehung. Nach Angaben des Landeskriminalamtes wurden bei den erfassten Gewaltdelikten alle Täter gefasst.

Im Bereich der Banküberfälle verzeichnete Oberösterreich 2025 keinen einzigen Fall.

Anstieg bei Cybercrime und niedrige Aufklärungsquote

Deutlich zugenommen hat die Cyberkriminalität. Die Zahl der Cybercrime-Delikte in Oberösterreich stieg 2025 um 24,5 Prozent auf 2.351 Fälle. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei 21,5 Prozent.

Mitterlehner nannte als mögliche Gründe für die niedrigere Aufklärungsquote organisatorische und strukturelle Probleme in der Ermittlungsarbeit. Er führte aus, dass es im Internet sehr einfach sei, Spuren zu verwischen, viele Täter nicht in Österreich, sondern im Ausland säßen und Ermittlungsverfahren aufgrund notwendiger Auskünfte von Internetanbietern schwieriger seien. Es sei aufwendiger und schwieriger, bei Cybercrime-Delikten eine positive Aufklärung zu erzielen.

Entwicklung bei Tatverdächtigen und Jugendkriminalität

Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen lag in Oberösterreich 2025 bei 48.771. In der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen sank die Zahl der ausgeforschten Tatverdächtigen von 5.650 im Jahr 2024 auf 5.131 im Jahr 2025. In der Altersgruppe der 18- bis 21-Jährigen ging die Zahl von 4.228 auf 4.090 zurück.

Gleichzeitig beobachtete die Exekutive, dass Täter jünger wurden. Im Jahr 2025 wurden 116 Kinder unter zehn Jahren als, wenn auch noch nicht strafmündige, Täter gefasst. 2024 waren es 88 Kinder in dieser Altersgruppe.

Anteil fremder Tatverdächtiger auf Höchststand

Der Anteil der als fremd bezeichneten Tatverdächtigen an allen Tatverdächtigen betrug in Oberösterreich 2025 42,9 Prozent. Dieser Wert wurde als neuer Höchststand bezeichnet.

Bei den Nationalitäten der Tatverdächtigen führten 2025 Rumänen vor Deutschen und Türken.

Beispiel für grenzüberschreitende Kriminalität

Der Leiter des Landeskriminalamtes berichtete von einem geklärten Fall, bei dem Täter aus Südamerika nach Österreich für Einbrüche anreisten. Die Tätergruppe flog zunächst nach Mailand, mietete dort ein Auto und fuhr anschließend nach Oberösterreich, um Wertgegenstände zu stehlen.