16. Österreichischer Zeitgeschichtetag an der JKU Linz thematisiert (Un)Sicherheiten
Der 16. Österreichische Zeitgeschichtetag findet von 22. bis 24. April an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz statt. Im Mittelpunkt steht heuer das Thema „(Un)Sicherheiten im 20. und 21. Jahrhundert“.
Ausgangspunkt sind Erfahrungen der Nachkriegszeit in Oberösterreich, die von Besatzungsmächten, Fluchtbewegungen, Spionage und streng bewachten Grenzen geprägt waren. Viele Menschen erlebten diese Phase als Zeit der Unsicherheit und der Suche nach Orientierung.
Zeitgeschichte als Orientierung in Gegenwartskrisen
Als prägende Phänomene der Gegenwart werden Kriege, Klimawandel und gesellschaftliche Polarisierung beschrieben. Sie werden als Ursachen neuer Verunsicherung genannt. Vor diesem Hintergrund betont die Historikerin Barbara Stelzl-Marx von der Universität Graz, die Zeitgeschichte spiele gerade jetzt eine zunehmend wichtige Rolle.
Laut Stelzl-Marx kann der Blick in die jüngste Vergangenheit dazu beitragen, aktuelle Herausforderungen besser einzuordnen und die Zukunft zu gestalten. Der Zeitgeschichtetag verweist damit auf die Funktion der historischen Forschung als Orientierungshilfe in unsicheren Zeiten.
Warnungen vor Gefährdungen der Demokratie
Die Historikerin Margit Reiter, die an der Universität Salzburg zur Geschichte des Nationalsozialismus forscht, beschreibt die Gegenwart als unsichere Zeiten. Sie warnt, dass sich die Gefährdung der Demokratie derzeit besonders deutlich zeige.
Reiter spricht von einem zunehmenden Rechtsruck und stellt einen Zusammenhang zwischen diesem Rechtsruck, gesellschaftlichen Krisen und allgemeinen Verunsicherungen her. Ihrer Einschätzung nach verstärkt dieser Rechtsruck diese Entwicklungen zusätzlich.
Historische Forschung unter Druck und Rolle von KI
Im Rahmen des Zeitgeschichtetags wird berichtet, dass die Arbeit von Historikerinnen und Historikern unter Druck steht. Zugleich wird eine zunehmende Wissenschaftsskepsis thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Folgen künstlicher Intelligenz für Forschung und Lehre. Künstliche Intelligenz wird als Technologie beschrieben, die diese Bereiche rasant verändert. Marcus Gräser, Institutsvorstand für „Neuere Geschichte und Zeitgeschichte“ an der JKU Linz, hebt hervor, dass künstliche Intelligenz die wissenschaftliche Arbeit bei der Quellenrecherche und bei der Analyse großer Datenmengen erleichtern könne.
Zugleich wird als Gefahr beschrieben, eigenes Denken an künstliche Intelligenz zu delegieren. Gräser wird mit der Aussage zitiert, hier stoße die Wissenschaft an ihre Grenzen und es brauche eine klare Grenzziehung.
Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Der 16. Österreichische Zeitgeschichtetag soll deutlich machen, dass Geschichte weder trocken noch verstaubt ist. Er zeigt nach den Veranstalterangaben, dass Zeitgeschichte bewegt und wichtige Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen kann. Im Zentrum steht dabei das Thema „(Un)Sicherheiten“.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








