ORF Tirol stärkt Medienkompetenz mit Workshops an Schulen
ORF Tirol bietet an Schulen ein neues Workshop-Programm zum Thema Medienkompetenz an. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler und wird in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Kulturservice durchgeführt.
Im zu Ende gehenden Schuljahr fanden Workshops unter anderem an Bildungseinrichtungen in Imst, Innsbruck und Kufstein statt. Der Abschluss des Programms für dieses Schuljahr wurde an der HTL Anichstraße in Innsbruck gesetzt.
Schwerpunkt auf Falschnachrichten und kritischem Denken
Die Workshops des ORF-Landesstudios dauern rund zwei Unterrichtsstunden und zielen auf die Stärkung von Medienkompetenz und kritischem Denken ab. Zu Beginn werden die Fragen „Was ist wahr?“ und „Was ist falsch?“ thematisiert. Im Rahmen der Einheiten werden Beispiele von Falschnachrichten und Künstlicher Intelligenz behandelt.
Als Beispiele kommen unter anderem erfundene Meldungen mit Donald Trump, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi zum Einsatz. Dabei wird beschrieben, dass auf Social Media häufig bewusste Täuschungen oder Hassnachrichten verbreitet werden und es zunehmend schwieriger wird, echte und vertrauenswürdige Nachrichten von Falschinformationen zu unterscheiden.
Im Workshop werden zudem Fragen besprochen wie: Was ist Journalismus? Wie überprüft man Informationen? Wie sieht die Arbeit im Landesstudio aus? Und wie entsteht eine Video-Reportage für Social Media? Die Schülerinnen und Schüler erhalten praxisbezogene Einblicke in die journalistische Arbeit und erarbeiten in einer Übung eigenständig eine kurze Video-Reportage.
Praktische Übungen mit kurzen Video-Reportagen
In der zweiten Unterrichtsstunde produzieren die Schülerinnen und Schüler ein Kurzvideo. An der HTL Anichstraße in Innsbruck wurde dabei das Thema „Social Media Verbot für Jugendliche“ als Meinungsumfrage bearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler des Elektrotechnik-Zweigs wurden im Rahmen des Workshops selbst zu Reportern, schlüpften auch in die Rolle von Expertinnen, Experten oder Eltern, filmten, interviewten sich gegenseitig und bearbeiteten das aufgenommene Material.
Die im Workshop erstellten Videos werden anschließend in der Klasse präsentiert und besprochen. Laut Beschreibung ermöglicht der Workshop praktische Lernerfahrungen, die einen besseren Überblick in der Medienwelt unterstützen. Ein 15-jähriger Schüler hob hervor, das Erstellen eines eigenen Reels sei kreativ und habe gut gefallen. Ein weiterer Schüler äußerte den Wunsch nach etwas mehr Zeit für den Videodreh.
Rolle der Schule und öffentlich-rechtlicher Auftrag
Regina Standún, Deutschlehrerin an der HTL Anichstraße, betont die Bedeutung der Sensibilisierung von Jugendlichen in einer höheren Schule. Sie weist darauf hin, dass Jugendliche darauf aufmerksam gemacht werden sollen, wie viel problematische Inhalte ihnen begegnen.
Der ORF-Redakteur Éric Berdaguer diskutierte mit Schülerinnen und Schülern der HTL Anichstraße Fragen rund um Journalismus, Informationsprüfung und die Arbeit im Landesstudio. Er gab den Jugendlichen Werkzeuge zur Einordnung von Informationen an die Hand und schildert, die Rolle als Vortragender sei für ihn ungewohnt, mache ihm aber großen Spaß. Die Schülerinnen und Schüler seien neugierig und kritisch, hinterfragten Inhalte und zeigten sich sehr kreativ, wenn sie eigene Videos gestalten können.
Teil einer ORF-Initiative für Kinder und Jugendliche
Die Anmeldung für den Medienworkshop erfolgte im Herbst durch die Schulen direkt über das Tiroler Kulturservice. Das Workshop-Angebot von ORF Tirol ist Teil einer ORF-Initiative zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen.
Esther Mitterstieler, Landesdirektorin des ORF Tirol, ordnet das Angebot dem öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF Tirol zu. Sie erklärt, man wolle jungen Menschen zeigen, was reale Nachrichten und keine Fake News sind.








