Pfingstfestspiele Salzburg: Rossinis Il viaggio a Reims eröffnet Festival rund um die Kunst des Reisens
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Pfingstfestspiele Salzburg starten mit Rossinis „Il viaggio a Reims“

Am Freitagabend beginnen in Salzburg viertägige Pfingstfestspiele, in deren Programm das Reisen im Mittelpunkt steht. Unter dem Titel „Bon Voyage“ widmen sich die Festspiele verschiedenen Facetten des Unterwegsseins.

Als Hauptproduktion ist Gioacchino Rossinis Oper „Il viaggio a Reims“ angesetzt, die 1825 entstand und als erste Oper des Komponisten für ein französisches Publikum gilt. Intendantin der Pfingstfestspiele ist seit 14 Jahren Cecilia Bartoli.

Rossini-Oper als zentrale Produktion

„Il viaggio a Reims“ wird bei den Pfingstfestspielen von Barrie Kosky inszeniert. Er bezeichnet seine Deutung des Werks als „leichte und spritzige Komödie“ und verzichtet dabei bewusst auf aktuelle Bezüge. Die Handlung dreht sich um eine bunt gemischte Gruppe, die auf engem Raum in einem Kurhotel feststeckt.

Der musikalische Leiter der Produktion ist Gianluca Capuano. Er beschreibt die Musik der Oper als atemberaubend und von großer Brillanz. Das Werk enthält zahlreiche Koloraturpartien für Sängerinnen und Sänger.

Rekonstruktion eines lange zurückgezogenen Werks

Die Uraufführung von „Il viaggio a Reims“ fand anlässlich der Krönung des französischen Königs Karl X. statt. Rossini zog die Oper nach der Uraufführung wieder zurück und verwendete Teile der Musik für andere Opern. Die heute gespielte Fassung basiert auf einer Rekonstruktion.

Ausgangspunkt dafür war der Fund eines Manuskriptfragments im Jahr 1977 in der Bibliothek von Santa Cecilia in Rom durch einen Rossini-Forscher. Auf dieser Basis wurde das Werk rekonstruiert und wird seither laut Gianluca Capuano weltweit auf Bühnen aufgeführt.

Anspruchsvolle Proben und prominente Besetzung

Die Probenarbeit unter der Regie von Barrie Kosky beschreibt die Sängerin Marina Viotti als körperlich und mental sehr anstrengend. Das Ensemble bezeichnet die Belastung nach ihren Worten als „Kosky-Diät“.

Cecilia Bartoli übernimmt in „Il viaggio a Reims“ selbst eine Rolle und gibt ihr Rollendebüt als römische Dichterin Corinna. Sie bezeichnet Barrie Kosky als unglaublich kreativ und betont, er fordere vor allem körperlich viel von den Mitwirkenden. Das Resultat der Zusammenarbeit bewertet sie als wunderbar.

Weitere Programmpunkte rund um das Thema Reisen

Neben der Rossini-Oper sind weitere Produktionen im Zeichen des Reisens geplant. Das Hamburg Ballett gastiert mit John Neumeiers Version der „Kleinen Meerjungfrau“ in Salzburg. Außerdem tritt die Mailänder Marionettenbühne „Carlo Colla e Figli“ auf und zeichnet die Reise des Odysseus nach.

Cecilia Bartoli plant zudem ein Galakonzert, in dem sie musikalische Etappen ihrer rund vier Jahrzehnte dauernden Karriere präsentieren will. In der Gala mit dem Titel „Ciao bella Ciao“ zeigt sie nach eigenen Angaben auch Musik aus ihrer Jugend. Sie berichtet, als Kind neben Opernmusik viel Popmusik gehört zu haben, und kündigt für den Abend mehrere Überraschungen an. Die Gala versteht sie als Reise durch ihr Leben und ihre Karriere.