Pinzgauer Tourismusforum: Zwischen Rekorden und wirtschaftlichem Druck – neue Strategien gefragt
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Tourismusforum im Pinzgau: Branche zwischen Rekorden und steigenden Kosten

Im Pinzgau haben sich beim ersten Raiffeisen Tourismusforum rund 170 Touristiker über neue Strategien und aktuelle Herausforderungen im Tourismus ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen dabei die wirtschaftliche Lage der Betriebe, verändertes Reiseverhalten und Ansätze zur besseren Auslastung bestehender Angebote.

Viele Tourismusbetriebe stehen trotz Rekordzahlen wegen steigender Energie-, Personal- und Investitionskosten unter Druck. Das Forum richtete seinen Fokus daher weniger auf den nächsten Nächtigungsrekord, sondern auf die Stärkung der wirtschaftlichen Basis.

Hohe Bedeutung des Tourismus für Salzburg

Rund 20 Prozent aller Nächtigungen in Österreich entfallen auf das Bundesland Salzburg. Die Wirtschaftsleistung der Tourismusbranche in Salzburg wird mit rund fünf Milliarden Euro angegeben. Die Wintersaison vor der Veranstaltung wird als die erfolgreichste Wintersaison aller Zeiten für den Salzburger Tourismus bezeichnet.

Salzburg wird als Hochpreisdestination beschrieben, was in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten auch einen Nachteil haben könne. Ziel ist laut den diskutierten Strategien nicht unbedingt, noch mehr Gäste nach Salzburg zu bringen, sondern die Qualität der Angebote und damit die Kaufkraft zu steigern.

Verändertes Reiseverhalten und Angebotsstrategien

Tourismusberater Richard Bauer betonte, das Reiseinteresse sei heuer und für die nächsten Jahre so hoch wie noch nie zuvor. Die Menschen wollten weiterhin verreisen, und die Kaufkraft sei grundsätzlich vorhanden. Urlauber würden ihre Reiseentscheidungen allerdings immer kurzfristiger treffen.

Eine zitierte Sommerpotentialstudie des Bundes kommt demnach zu dem Ergebnis, dass sich rund 40 Prozent der Gäste erst einen Monat vor Reisebeginn für ihr Urlaubsziel entscheiden. In diesem Umfeld sei es laut Bauer entscheidend, dass in den ersten fünf Sekunden klar werde, worum es bei einem Angebot geht. Ein konkreter Reiseanlass spiele dabei eine zentrale Rolle.

Gefragt seien exklusive und besondere Angebote sowie vernetzte Produkte, etwa die Kombination aus Wandern, Wassererlebnis, Kulinarik und Erholung. Im Mittelpunkt des Forums stand daher die bessere Auslastung bestehender Angebote, nicht in erster Linie der Ausbau der Nächtigungszahlen.

Jährliche Fortsetzung geplant

Der Tourismus kämpft weiterhin mit steigenden Energie-, Personal- und Investitionskosten. Vor diesem Hintergrund will Raiffeisen Salzburg das Tourismusforum künftig jährlich veranstalten, um den Austausch innerhalb der Branche zu vertiefen und Strategien weiterzuentwickeln.