Die FPÖ Oberösterreich schlägt vor, Spitalsambulanzen teilweise durch vorgelagerte Wahlarztordinationen zu ersetzen. Der Vorschlag stammt von Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner. Allein in den Krankenhäusern der Oberösterreichischen Gesundheitsholding gibt es jährlich rund 1,9 Millionen ambulante Besuche.
Wahlarztordinationen sollen Ambulanzen vorgelagert werden
Nach dem Modell der FPÖ sollen Behandlungsräume und Diagnostik in den Spitälern künftig auch für Wahlarztordinationen genutzt werden. Patienten würden weiterhin ins Krankenhaus kommen, dort aber zunächst in einer vorgelagerten Ordination untersucht werden. Erst wenn eine Spitalsbehandlung tatsächlich notwendig ist, sollen sie in die Ambulanz weitergeleitet werden. Die Sozialversicherung würde dabei den vorgesehenen Anteil der Wahlarztkosten übernehmen.
Der Vorschlag umfasst darüber hinaus zwei weitere Punkte. Zum einen soll der hausärztliche Notdienst in der Nacht stärker in die Krankenhäuser integriert werden. Zum anderen sind eigene Pflegestationen für jene Patienten vorgesehen, die keine Akutbehandlung mehr benötigen, aber noch auf einen Platz in einer Pflege- oder Reha-Einrichtung warten.
Kritik von NEOS an den Plänen
NEOS-Landeschef Felix Eypeltauer hat den Vorschlag der FPÖ kritisiert. Er bezeichnet die vorgeschlagenen Maßnahmen als bereits bestehende Instrumente, die durch das Modell lediglich neue Parallelstrukturen schaffen würden.
Auslastung von Spitalsambulanzen als Dauerthema
Die Auslastung von Spitalsambulanzen ist in Österreich seit Jahren ein wiederkehrendes gesundheitspolitisches Thema. Grundsätzlich stehen Ambulanzen rund um die Uhr für akute und schwerwiegende Fälle zur Verfügung, werden in der Praxis aber häufig auch von Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden aufgesucht. Das führt in vielen Krankenhäusern zu langen Wartezeiten und einer hohen Belastung des ärztlichen Personals.
Um diese Situation zu entschärfen, wird in unterschiedlichen Bundesländern immer wieder über vorgelagerte Anlaufstellen diskutiert, die eine erste Einschätzung des Behandlungsbedarfs vornehmen sollen. Ziel solcher Modelle ist es üblicherweise, jene Patienten frühzeitig zu identifizieren, die keine spezialisierte Spitalsbehandlung benötigen, und sie stattdessen im niedergelassenen Bereich zu versorgen. Damit sollen personelle und技nische Ressourcen der Ambulanzen gezielter für tatsächliche Notfälle und komplexere Behandlungen zur Verfügung stehen.
Wahlärztinnen und Wahlärzte nehmen im österreichischen Gesundheitssystem eine besondere Stellung ein. Sie haben keinen Kassenvertrag, weshalb Patientinnen und Patienten die Behandlungskosten zunächst selbst tragen und anschließend einen Teil davon von ihrer Sozialversicherung rückerstattet bekommen. Dieser erstattete Anteil liegt in der Regel unter jenem Betrag, den die Sozialversicherung für eine vergleichbare Behandlung bei einem Kassenarzt aufwenden würde. Modelle, die Wahlärzte stärker in öffentliche Strukturen wie Krankenhäuser einbinden, berühren daher grundsätzlich auch Fragen der Finanzierung und der Aufteilung zwischen öffentlicher Hand, Sozialversicherung und Patienten.
Auch die nächtliche Versorgung durch den hausärztlichen Bereitschaftsdienst ist ein etabliertes Element der Gesundheitsversorgung außerhalb der regulären Ordinationszeiten. In vielen Regionen erfolgt dieser Dienst bereits in enger Abstimmung mit Krankenhäusern, etwa durch gemeinsam genutzte Räumlichkeiten oder abgestimmte Zuständigkeiten für unterschiedliche Behandlungsanliegen. Eine engere organisatorische Verzahnung von Notdienst und Spital wird in der gesundheitspolitischen Debatte regelmäßig als Möglichkeit diskutiert, um Doppelstrukturen zu vermeiden und Patientenströme gezielter zu lenken.
Ein weiterer wiederkehrender Aspekt betrifft Patientinnen und Patienten, die medizinisch nicht mehr akut behandlungsbedürftig sind, aber noch keinen Platz in einer Pflege- oder Rehabilitationseinrichtung gefunden haben. Solche Übergangssituationen führen in Krankenhäusern häufig zu einer längeren Belegung von Akutbetten, obwohl keine akutmedizinische Versorgung mehr erforderlich wäre. Eigene Pflegestationen für diese Übergangsphase werden in der Gesundheitspolitik immer wieder als Ansatz








