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Die FPÖ Niederösterreich fordert eine neue Schulform, um den Rückgang bei den Lehrlingszahlen zu stoppen. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag in St. Pölten präsentierte die Partei den Vorschlag einer fünfjährigen Gewerbe- und Handwerksmittelschule (GHMS), in die auch die polytechnischen Schulen integriert werden sollen.
Vorschlag einer neuen Schulform
Die FPÖ schlägt mit der Gewerbe- und Handwerksmittelschule ein fünfjähriges Modell vor. Die bisherigen polytechnischen Schulen sollen darin aufgehen. Vorgesehen ist zudem ein Praxisschwerpunkt sowie eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen. Vorgestellt wurde der Vorschlag von Christian Brenner, Jugendsprecher der FPÖ Niederösterreich und Landtagsabgeordneter. Die Partei hatte bereits im Vorjahr einen entsprechenden Antrag im Nationalrat eingebracht.
Brenner sprach sich bei der Pressekonferenz zudem für eine freiwillige Vier-Tage-Vollzeitwoche für Lehrlinge aus.
Rückläufige Lehrlingszahlen als Ausgangspunkt
Als Begründung für den Vorstoß verwies die FPÖ auf sinkende Lehrlingszahlen. In Niederösterreich ging die Zahl der Lehrlinge demnach um 3,3 Prozent zurück. Österreichweit zählte die Partei Ende 2025 insgesamt 102.878 Lehrlinge. Das entspricht einem Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2024.
Aufbau der dualen Ausbildung in Österreich
Die Lehre ist in Österreich Teil der dualen Ausbildung, bei der praktische Tätigkeit im Betrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule kombiniert wird. Der Zugang zu einer Lehrstelle erfolgt üblicherweise nach der Pflichtschule, häufig auch nach dem Besuch einer polytechnischen Schule, die traditionell auf die Berufsorientierung im neunten Schuljahr ausgerichtet ist. Die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge gilt allgemein als ein Indikator dafür, wie stark handwerkliche und gewerbliche Berufe von jungen Menschen als Ausbildungsweg gewählt werden.
Diskussionen über die Ausgestaltung der Berufsausbildung sind in Österreich kein neues Phänomen. Immer wieder werden Vorschläge diskutiert, wie der Übergang von der Schule in die Lehre organisiert werden kann und welche Rolle die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben dabei spielt. Auch die Arbeitszeitgestaltung für Lehrlinge ist regelmäßig Gegenstand politischer Debatten, etwa im Zusammenhang mit Modellen einer verkürzten Wochenarbeitszeit bei gleichbleibender Vollzeitbeschäftigung.
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