Innenministerium startet Personaloffensive „Wien auf Zeit“ – Polizisten aus Bundesländern sollen fünf Jahre in der Hauptstadt im Einsatz sein

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Das Innenministerium startet im Dezember 2026 eine neue Personaloffensive für die Wiener Polizei mit dem Titel „Wien auf Zeit“. Bewerberinnen und Bewerber aus allen Bundesländern sollen dabei inklusive Ausbildung für fünf Jahre nach Wien kommen. Danach können sie entweder in der Bundeshauptstadt bleiben oder garantiert in ihr Heimatbundesland zurückkehren. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) informierte am Samstag in einer Aussendung über das Modell.

Ablauf der neuen Aufnahmen in Wien

Die ersten Aufnahmen im Rahmen von „Wien auf Zeit“ finden im Dezember 2026 statt. Nach absolvierter Ausbildung stehen die ersten Polizistinnen und Polizisten ab Dezember 2028 für den Dienst in Wien zur Verfügung. Das Programm sieht zudem eine freiwillige Option vor, den Aufenthalt in Wien um zwei Jahre zu verlängern. Auch eine dauerhafte Versetzung in die Bundeshauptstadt ist möglich, etwa aus privaten oder beruflichen Gründen.

Laut Karner soll das Modell kurzfristig zusätzliche Sicherheitskräfte für Wien bringen und mittelfristig ganz Österreich zugutekommen. Hintergrund ist, dass sich in den Bundesländern jeweils mehr Bewerberinnen und Bewerber für den Polizeidienst qualifizieren, als dort aufgenommen werden können. In Wien wiederum lassen sich nicht alle vorhandenen Ausbildungsplätze auffüllen.

Wartelisten für Versetzungen aus Wien

Parallel zur neuen Aufnahmeschiene soll das Programm auch bestehende Wartelisten für Versetzungen aus Wien in andere Bundesländer entlasten. Derzeit wollen rund 500 Wiener Polizistinnen und Polizisten in ein anderes Bundesland wechseln. Solche Versetzungen sind aktuell wegen des hohen Personalbedarfs in Wien nur selten möglich, entsprechend lang fallen die Wartezeiten je nach Zielbundesland aus.

Im Rahmen von „Wien auf Zeit“ soll deshalb mindestens zehn Prozent der Zahl jener Bediensteten, die neu über das Programm aufgenommen werden, zusätzlich von den bestehenden Wartelisten in die Bundesländer versetzt werden. Damit ist die neue Personaloffensive nicht nur auf zusätzliche Kräfte für Wien ausgerichtet, sondern auch mit dem Ziel verknüpft, offene Versetzungswünsche aus Wien in die Bundesländer schrittweise abzubauen.

Personalplanung zwischen Bundesländern und Bundeshauptstadt

Grundsätzlich ist die Verteilung von Polizeipersonal zwischen den Bundesländern und Wien immer wieder eine organisatorische Herausforderung. Wien gilt als Standort mit besonders hohem Personalbedarf, gleichzeitig gibt es in mehreren Bundesländern einen Überhang an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern, für die dort keine ausreichende Zahl an Ausbildungs- oder Planstellen zur Verfügung steht. Modelle, die Ausbildung und Diensteinsatz zeitlich und örtlich voneinander trennen, sollen solche regionalen Ungleichgewichte ausgleichen.

Üblicherweise hängt die Attraktivität eines befristeten Diensteinsatzes in einer anderen Region auch davon ab, wie verlässlich eine spätere Rückkehr organisiert ist. Eine garantierte Rückkehroption nach einem festgelegten Zeitraum kann dabei ein zentrales Element sein, um Bewerberinnen und Bewerber aus den Bundesländern für einen befristeten Wechsel nach Wien zu gewinnen. Gleichzeitig eröffnen freiwillige Verlängerungsmöglichkeiten und die Option einer dauerhaften Versetzung individuellen Spielraum, falls sich private oder berufliche Umstände während des befristeten Einsatzes ändern.

Warteliste für innerdienstliche Versetzungen sind bei der Polizei ein gängiges Instrument, um Wechselwünsche von Bediensteten zwischen einzelnen Bundesländern oder zwischen Bundesländern und Wien zu verwalten. Die Länge solcher Wartelisten hängt maßgeblich vom jeweiligen Personalbedarf am Ausgangs- und am Zielstandort ab. Ein hoher Personalbedarf am bisherigen Dienstort führt in der Regel zu längeren Wartezeiten für jene, die eine Versetzung anstreben, da freiwerdende Stellen zunächst am bestehenden Standort nachbesetzt werden müssen.

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