Die Diskussion um die Mautstelle Schönberg an der Brennerautobahn hat neuen Schwung bekommen. NEOS fordert, dass die A13 im Bereich Schönberg komplett unter die Erde verlegt wird. Das Land Tirol unterstützt diesen Vorstoß. Die ASFINAG lehnt eine komplette Untertunnelung derzeit jedoch ab und verweist auf technische Voraussetzungen, die noch nicht erfüllt seien.
ASFINAG verweist auf fehlende Digitalisierung
Die ASFINAG begründet ihre ablehnende Haltung damit, dass eine komplette Digitalisierung der Mauterhebung derzeit nicht möglich sei. Aus diesem Grund werde weiterhin eine Mautstelle benötigt, wie das Unternehmen mitteilte. Eine vollständige Untertunnelung des Streckenabschnitts bei Schönberg ist damit aus Sicht der ASFINAG vorerst keine Option.
Der Tiroler Verkehrslandesrat Rene Zumtobel von der SPÖ sieht dennoch eine Entwicklung in Richtung einer langfristigen Lösung. Als ersten Schritt nennt er den Ausbau der Digitalisierung, mittelfristig sei eine Tunnellösung das erklärte Ziel. Zumtobel berichtet, der ASFINAG-Vorstand habe ihm signalisiert, dass es in diese Richtung gehen solle. Zudem werde der ASFINAG-Vorstand direkt auf die Bevölkerung und den Bürgermeister in Schönberg zukommen.
Zustimmung aus der ÖVP
Auch aus der ÖVP kam positive Resonanz auf den NEOS-Vorstoß. Sebastian Kolland, Klubobmann der ÖVP im Tiroler Landtag, zeigte sich erfreut. Er teilte mit, je breiter die Allianz gegen den Transit werde, desto besser sei dies. Bereits in der Vergangenheit hatte die Liste Fritz eine andere Lösung für die Mautstelle Schönberg gefordert, mit dem Ziel, die Belastungen durch die Autobahn für die Bevölkerung zu minimieren.
Auch die Bürgerinitiative „Lebensqualität für Schönberg“ und die Gemeinde Schönberg selbst fordern einen Tunnel im betroffenen Bereich. Ein bereits bestehender älterer Plan sieht vor, die Autobahn nach der Galerie abzusenken und über eine rund einen Kilometer lange Strecke durch den Gleinserberg zu führen. Mit dieser Variante soll auch die als problematisch geltende Schönberg-Kehre entschärft werden.
Mautsysteme und ihre technischen Anforderungen
Mautstellen an Autobahnen erfüllen grundsätzlich mehrere Funktionen zugleich. Sie dienen der Einhebung von Streckengebühren, ermöglichen aber häufig auch eine Kontrolle des Verkehrsaufkommens und der Fahrzeugklassen. Vollständig digitale Mautsysteme, bei denen Fahrzeuge ohne physischen Halt oder bauliche Schranken erfasst werden, setzen üblicherweise eine durchgängige technische Infrastruktur voraus, etwa zur Erkennung von Kennzeichen oder zur elektronischen Erfassung von Mautvignetten und Fahrzeugdaten. Bei grenzüberschreitenden Strecken wie der Brennerautobahn kommt hinzu, dass unterschiedliche Mautsysteme und rechtliche Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern aufeinandertreffen können.
Der Verzicht auf eine physische Mautstelle setzt in der Regel voraus, dass Verstöße gegen die Mautpflicht zuverlässig automatisiert erkannt und geahndet werden können. Solange diese Voraussetzungen nicht vollständig gegeben sind, wird bei vielen Autobahnbetreibern grundsätzlich an stationären Kontrollpunkten festgehalten, auch wenn diese aus verkehrsplanerischer oder ortsbezogener Sicht als belastend wahrgenommen werden.
Bauliche Eingriffe an bestehenden Autobahnabschnitten
Große bauliche Veränderungen an bestehenden Autobahntrassen, etwa Tunnellösungen oder Streckenabsenkungen, erfordern üblicherweise umfangreiche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Dabei spielen neben verkehrstechnischen Aspekten auch geologische Gegebenheiten, Umweltverträglichkeit und die Abstimmung mit betroffenen Gemeinden eine Rolle. Insbesondere bei Streckenführungen durch bergiges Gelände, wie es bei einer Führung durch einen Berg der Fall wäre, sind zusätzliche technische und sicherheitsrelevante Prüfungen notwendig. Solche Vorhaben nehmen daher in der Regel mehrere Jahre in Anspruch, bevor eine Umsetzung erfolgen kann.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







