Polizei führt flexibles Dienstzeitmodell ein – Wochenend- und Nachtzulage wird verdoppelt

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Bei der Polizei startet ab 1. September 2026 ein neues Dienstzeitmanagement. Zunächst läuft eine Testphase in fünf Bezirken quer durch Österreich: Wien-Brigittenau inklusive Leopoldstadt, Linz, Bregenz, Leibnitz und Gänserndorf. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kündigte am Montag bei einer Pressekonferenz zudem an, dass ab 2027 die Wochenend- und Nachtdienstzulage verdoppelt wird. Mit 1. April 2027 soll das neue Dienstzeitmanagement dann flächendeckend eingeführt werden.

Neues Modell soll Dienstpläne an tatsächlichen Bedarf anpassen

Ein zentrales Anliegen der Personalvertretung war die Sorge vor möglichen Verdiensteinbußen durch das neue System. Karner erklärte dazu, mehr Arbeit werde auch ein höheres Gehalt nach sich ziehen. Wer sich hingegen für mehr Freizeit entscheide, müsse mit weniger Verdienst rechnen. Zur besseren Planung soll künftig eine App zum Einsatz kommen, über die sich Polizistinnen und Polizisten auf ihrem Handy in Dienste einbuchen können. Ziel ist es, an Donnerstag- und Freitagabenden mehr Beamtinnen und Beamte im Dienst zu haben, während am Montag- oder Mittwochnachmittag weniger Personal eingeplant werden soll. Ein Großteil der Überstunden soll künftig auf freiwilliger Basis über einen Überstundenpool geleistet werden. Karner versicherte, dass im Doppelbudget 2027/28 keine Verringerung der Überstunden vorgesehen sei. In ländlichen Gebieten sollen zusätzlich sogenannte Springerstreifen für Präsenz sorgen.

Die fünf Testbezirke haben bereits eine Simulationsphase durchlaufen, in der probeweise Dienstpläne nach dem neuen System erstellt wurden. Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl zog daraus ein positives Zwischenfazit: Man habe den Streifendienst zu jenen Zeiten, in denen er tatsächlich gebraucht werde, deutlich erhöhen können. In Wien gilt bislang ein vergleichsweise starres Gruppendienstmodell. Der Testbezirk Bregenz wiederum reicht über den urbanen Raum der Landeshauptstadt hinaus bis in den Bregenzer Wald, nach Warth am Arlberg und in die Exklave Kleinwalsertal. Dort gibt es sehr kleine Dienststellen mit teils nur sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die stellvertretende Bezirkspolizeikommandantin Amy King begrüßte die Neuerung: Man sei froh, jetzt bedarfsorientiert planen zu dürfen.

Ursprünglich wollte das Innenressort die 24-Stunden-Dienste vollständig abschaffen. Karner stellte nun klar, dass 50 Prozent dieser Dienste auch künftig im Rahmen der Testphase verplanbar seien. Die Beamtinnen und Beamten in den Testbezirken erhalten für die Teilnahme 600 Euro extra. Kommandantinnen und Kommandanten sowie deren Stellvertretungen bekommen wegen des erhöhten Planungsaufwands zusätzlich zwei Tage Zeitausgleich.

Wien wirbt bundesweit um Nachwuchs

Parallel zum neuen Dienstzeitmodell startet für Wien unter dem Motto „Bist du bereit? Wien auf Zeit“ eine zusätzliche Recruiting-Offensive. Hintergrund ist eine ungleiche Verteilung bei der Nachwuchsgewinnung: In Wien stehen pro Jahr 800 Ausbildungsplätze zur Verfügung, die mit Bewerberinnen und Bewerbern aus der Stadt kaum vollständig besetzt werden können. In den anderen Bundesländern verhält es sich umgekehrt – dort qualifizieren sich jeweils mehr Menschen für den Polizeidienst, als tatsächlich aufgenommen werden können. Das Innenministerium will diesen Überhang nun dazu motivieren, die Ausbildung in Wien zu absolvieren. Für den September-Turnus wurden in der Bundeshauptstadt 160 bis 170 neue Polizeischülerinnen und -schüler aufgenommen, 30 bis 40 Ausbildungsplätze bleiben frei.

Bewerbende aus den Bundesländern sollen künftig verpflichtet werden, inklusive der Ausbildung fünf Jahre in Wien zu bleiben. Nach dieser Zeitspanne können sie garantiert in ihr Heimatbundesland zurückkehren.

Dienstplanung als wiederkehrende Herausforderung im Schichtbetrieb

Grundsätzlich zählt die Personaleinsatzplanung in Berufen mit durchgehendem Schichtbetrieb zu den komplexeren organisatorischen Aufgaben. Bei Einsatzkräften wie der Polizei muss die Präsenz nicht gleichmäßig über die Woche verteilt sein, sondern sich an tatsächlichen Bedarfsspitzen orientieren, etwa an Wochenenden oder in den Abendstunden. Starre Gruppend