Die geplante Umstrukturierung des Rettungswesens in Niederösterreich soll wie vorgesehen im April 2027 umgesetzt werden. Das teilten die Landespräsidenten von Rotem Kreuz und Samariterbund nach einer Sitzung des Gesundheitsausschusses des Landtages am Montag mit. Beide Organisationen sehen den Zeitplan als gesichert und die Reform als machbar an. Zugleich äußerte sich Gesundheitslandesrätin Eva Prischl (SPÖ) nach der Sitzung reserviert.
Reform mit festgelegtem Zeitpunkt
Grundlage der Diskussion im Gesundheitsausschuss war der Fahrplan für die Neuordnung des Rettungswesens, die mit 1. April 2027 in Kraft treten soll. Landesrat Anton Kasser (ÖVP) und Landesrat Martin Antauer (FPÖ) betonten ebenso wie die Klubobmänner Kurt Hackl (ÖVP) und Reinhard Teufel (FPÖ) die Umsetzbarkeit der Reform. Dabei gilt nach den vorliegenden Angaben der Grundsatz, dass bestehende Strukturen erst dann verändert werden, wenn entsprechender Ersatz bereitsteht.
Hans Ebner, Präsident des Roten Kreuzes Niederösterreich, erklärte, an neuen Strukturen werde seit längerem mit Hochdruck gearbeitet. Hannes Sauer, Präsident des Samariterbundes Niederösterreich, sprach davon, dass das neue Rettungssystem künftig engmaschiger und zielgerichteter aufgestellt sein werde. Christian Fohringer, Geschäftsführer von Notruf NÖ und selbst Notarzt, hielt fest, dass aktuell nichts dafür spreche, vom eingeschlagenen Zeitplan abzuweichen. Er verwies zugleich auf bevorstehende große Pensionierungswellen beim medizinischen Fachpersonal.
Widerstand gegen das Aus für Notarztstandorte
Im Zentrum der politischen Debatte steht der sogenannte Gesundheitsplan 2040+, der ein Aus für elf der bisher 32 Notarztstandorte in Niederösterreich vorsieht. Die SPÖ hat diese geplante Schließung wiederholt kritisiert. SPÖ-Klubobmann Rene Zonschitz stellte klar, dass für seine Partei eine Schließung mit 1. April 2027 nicht infrage komme, solange kein gleichwertiger Ersatz vorhanden sei.
Gesundheitslandesrätin Eva Prischl kündigte an, alle Beteiligten schriftlich aufzufordern, den Fortschritt der Umsetzung bekanntzugeben. Auch von anderen Oppositionsparteien kamen kritische Töne: Silvia Moser (Grüne) sagte, ihre letzten Zweifel hätten bislang nicht ausgeräumt werden können. Edith Kollermann (NEOS) verwies auf Bedenken aus der Bevölkerung, insbesondere in jenen Regionen, in denen sich durch die Reform etwas verändert.
Umbau von Rettungsstrukturen als organisatorische Herausforderung
Grundsätzlich zählt die Organisation des Rettungswesens zu den zentralen Aufgaben der öffentlichen Gesundheitsversorgung auf Landesebene. Sie umfasst neben dem Rettungstransport auch die notärztliche Versorgung, deren Standorte so verteilt sein müssen, dass medizinische Hilfe innerhalb bestimmter Zeitvorgaben erreichbar bleibt. Veränderungen an solchen Versorgungsnetzen betreffen üblicherweise mehrere Ebenen gleichzeitig: die Verteilung von Fahrzeugen und Personal, die Erreichbarkeit einzelner Regionen sowie die Zusammenarbeit zwischen Rettungsorganisationen, Notarztsystemen und Krankenanstalten.
Bei vergleichbaren Reformvorhaben gilt häufig das Prinzip, bestehende Strukturen erst dann zurückzubauen, wenn ein funktionsfähiger Ersatz nachweislich zur Verfügung steht. Dieser Grundsatz soll verhindern, dass es in einer Übergangsphase zu Versorgungslücken kommt. Gleichzeitig sind solche Umbauprozesse in der Regel mit erheblichem Planungsaufwand verbunden, da neue Stützpunkte, veränderte Zuständigkeitsbereiche und angepasste Dienstpläne aufeinander abgestimmt werden müssen.
Der demografische Wandel beim medizinischen Fachpersonal stellt viele Rettungssysteme zusätzlich vor Herausforderungen. Bevorstehende Pensionierungswellen, wie sie im niederösterreichischen Kontext angesprochen wurden, erhöhen häufig den Druck, Strukturen frühzeitig anzupassen, um die Versorgung langfristig abzusichern. Zugleich führen strukturelle Veränderungen in der Bevölkerung erfahrungsgemäß zu Verunsicherung, insbesondere in Regionen, in denen sich gewohnte Anlaufstellen verändern oder verlagern. Diese Sorge spiegelt sich häufig in politischen Debatten wider, wenn Reformvorhaben mit konkreten Stichtagen verknüp








