SPÖ verliert Klubstatus im Grazer Gemeinderat nach historischem Absturz auf 5,6 Prozent
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Grazer Gemeinderatswahl: SPÖ verliert Klubstatus nach achtem Minus in Folge

Bei der Grazer Gemeinderatswahl hat die SPÖ erneut Stimmen verloren – zum achten Mal in Folge seit 1993. Laut vorläufigem Ergebnis erhielt die Partei 4.616 Stimmen, was einem Anteil von 5,6 Prozent entspricht. Das bedeutet ein Minus von 3,9 Prozentpunkten gegenüber der letzten Wahl.

Als Folge des Ergebnisses verliert die SPÖ den Klubstatus im Grazer Gemeinderat. Von insgesamt 48 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten werden künftig nur noch zwei der SPÖ angehören.

KPÖ klar voran, ÖVP und Grüne verlieren ebenfalls

Stärkste Kraft wurde die KPÖ mit 35,8 Prozent, ein Plus von 7,0 Prozentpunkten. Die ÖVP folgt mit 25,2 Prozent (−0,8 Prozentpunkte), die Grünen erreichten 15,0 Prozent (−2,4 Prozentpunkte). Die FPÖ legte auf 12,0 Prozent zu (+1,4 Prozentpunkte), die NEOS kamen auf 4,9 Prozent (−0,5 Prozentpunkte).

Historischer Rückblick

Die SPÖ stellt in Graz seit 2003 keinen Bürgermeister mehr. Bis dahin hatte die Partei das Amt inne, bevor die ÖVP für 18 Jahre die Führung übernahm. In den 1960er-Jahren hatte die SPÖ in Graz noch die absolute Mehrheit gehalten. Seit 1993 verzeichnet die Partei bei Gemeinderatswahlen durchgehend Verluste.

Reaktionen aus der SPÖ

Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher erklärte schriftlich, das Ergebnis sei in keiner Weise zu beschönigen und bedürfe einer konsequenten Aufarbeitung. SPÖ-Landesgeschäftsführer Florian Seifter forderte am Sonntagabend einen kompletten Neustart. Am Montagabend tagten die SPÖ-Gremien. Ob Doris Kampus an der Spitze der Grazer SPÖ bleibt, war zu diesem Zeitpunkt noch offen.