Vorarlberger Landtag streitet über umstrittene Öffi-Tarifreform

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Vorarlberger Landtag diskutiert neue Öffi-Tarife

Der Vorarlberger Landtag hat am Donnerstag in der „Aktuellen Stunde“ über das seit 1. Juni 2026 geltende neue Tarifsystem für den öffentlichen Nahverkehr debattiert. Die Reform löst das bisherige System mit 94 Domino-Zonen durch drei Tarifbereiche ab.

Das neue System macht bestimmte Fahrten teurer, abhängig von Wohnort und Fahrtdauer. Fahrgäste müssen künftig selbst einschätzen, welches Ticket für ihre jeweilige Fahrt erforderlich ist. Der Verkehrsverbund hatte vor der Einführung angekündigt, dass kürzere Strecken innerhalb einer Lokal- oder Regio-Zone günstiger werden sollten.

Kritik aus Grünen und SPÖ

Daniel Zadra von den Grünen bezeichnete die Tarif-Reform als „von Kopf bis Fuß vermurkt“. Die SPÖ kündigte eine Online-Petition unter www.tarifwahnsinn.at an und will zudem in Feldkirch und Dornbirn Unterschriften sammeln. Auch der ÖGB meldete sich zu Wort: Gewerkschafter Reinhard Stemmer berichtete Anfang Juli von vielen negativen Rückmeldungen, vor allem von Fahrgästen ohne Jahreskarte, und verwies auf deutlich gestiegene Preise bei einzelnen Fahrten.

Landesrat verteidigt Reform

Landesrat Christof Bitschi (FPÖ), der für den öffentlichen Verkehr zuständig ist, verteidigte das neue System. Er gab an, dass für 85 Prozent der Fahrten die Kosten gleich bleiben oder sinken. Lediglich 0,9 Prozent aller Fahrten seien drastisch teurer geworden – eine Zahl, die auch ÖVP-Vertreter Clemens Ender mit rund 24.000 Fahrten bezifferte. Bitschi verwies zudem darauf, dass Senioren über 75 sowie Personen im Sozialtarif für 19 Euro pro Monat in ganz Vorarlberg fahren können. Im Juni seien beim Verkehrsverbund pro Woche etwa 20 Beschwerden eingegangen. Als positives Signal nannte Bitschi, dass im laufenden Jahr bereits 15 Prozent mehr Jahreskarten verkauft wurden als im Vorjahreszeitraum.