Für das Stadtentwicklungsgebiet Am Heidjöchl in der Donaustadt liegt ein Leitbild vor, das der Stadtentwicklungskommission zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Auf dem 39 Hektar großen Areal sollen 5.200 Wohnungen für rund 11.800 Menschen entstehen. Zwei Drittel der Wohnungen sind als geförderter Wohnbau vorgesehen. Das Grundkonzept für das Gebiet stammt vom Planungsteam Paloma Mosto Zavala und Samuel Llovet Montardit aus Barcelona.
Wohnungen, Infrastruktur und Grünflächen im Detail
Für die verkehrliche Anbindung des neuen Stadtteils stehen die U2 sowie die Straßenbahnlinien 26 und 27 zur Verfügung. Innerhalb des Gebiets sind drei Kindergärten, ein Bildungscampus und ein Gesundheitszentrum geplant. Ein Viertel der Gesamtfläche des Areals soll als Grünraum ausgewiesen werden. Das dazugehörige Parkkonzept sieht ein Netz aus Parks, Grünflächen und begrünten Wegen vor, das sich durch das Quartier zieht.
Für die Mobilität innerhalb des neuen Viertels sind vier sogenannte Mobility Hubs vorgesehen. Sie sollen Stellplätze, verschiedene Mobilitätsangebote und Paketstationen bündeln. Bereits ab November sollen entlang der Pfalzgasse auf einer Fläche von rund 2.200 Quadratmetern mehr als 50 Obstbäume gepflanzt werden.
Verantwortlich für die Planung ist Planungsstadträtin Ulli Sima von der SPÖ, für den Wohnbau zeichnet Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch, ebenfalls SPÖ, verantwortlich.
Erhebung von Pflanzen- und Tierarten vor Baubeginn
Im Vorfeld der Planungen führten Stadtforscher gemeinsam mit Wissenschaftern und Schulklassen neun Expeditionen im Gebiet Am Heidjöchl durch. Dabei wurden 185 verschiedene Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen. Bestehende Biotope im Areal sollen im Zuge der weiteren Entwicklung erhalten bleiben.
Nach einer Beschlussfassung in der Stadtentwicklungskommission wird als nächster Schritt der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan ausgearbeitet. Zusätzlich ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt vorgesehen.
Ablauf von Widmung und Umweltprüfung
Grundsätzlich durchlaufen größere Stadtentwicklungsgebiete in Wien mehrere aufeinanderfolgende Planungsschritte, bevor tatsächlich gebaut werden kann. Am Anfang steht meist ein städtebauliches Leitbild, das die grundlegende Struktur eines Gebiets festlegt, etwa die Verteilung von Wohnnutzung, Grünflächen, Infrastruktur und Verkehrsanbindung. Erst danach wird der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan erarbeitet, der rechtlich verbindlich regelt, welche Nutzung auf welchen Grundstücken zulässig ist und welche baulichen Rahmenbedingungen gelten.
Bei Vorhaben dieser Größenordnung ist üblicherweise auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen. In einem solchen Verfahren werden mögliche Auswirkungen eines Projekts auf Umwelt, Naturhaushalt und Anrainer systematisch untersucht und bewertet, bevor eine endgültige Genehmigung erfolgen kann. Diese Prüfungen sollen sicherstellen, dass ökologisch relevante Bereiche, etwa bestehende Biotope oder besonders artenreiche Flächen, in der weiteren Planung berücksichtigt werden.
Die vorangegangene Erhebung von Pflanzen- und Tierarten durch Expeditionen ist bei größeren Stadtentwicklungsprojekten kein unüblicher Schritt. Solche Erhebungen liefern die fachliche Grundlage dafür, an welchen Stellen eines Gebiets Grünstrukturen erhalten oder in neue Planungen integriert werden sollen. Sie fließen in der Regel in nachfolgende Planungsentscheidungen ein, etwa in die Gestaltung von Parkanlagen, begrünten Wegen oder die Festlegung von Schutzbereichen innerhalb eines neuen Quartiers.
Auch geförderter Wohnbau in einem Umfang von zwei Dritteln der Wohnungen ist bei großflächigen Wiener Stadtentwicklungsgebieten ein gängiger Ansatz, um leistbaren Wohnraum in neuen Vierteln von Beginn an strukturell zu verankern. Die Kombination aus Wohnbau, sozialer Infrastruktur wie Kindergärten, Bildungscampus und Gesundheitszentrum sowie einem hohen Grünflächenanteil entspricht dabei einem Planungsmuster, das in Wien in den vergangenen Jahren bei mehreren größeren Stadterweiterungsgebieten angew








