Wien plant die Einführung einer neuen Landesabgabe auf Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen. Der Arbeitstitel der Maßnahme lautet „Kultureuro“. Das Rathaus hat die Pläne bestätigt, Details sollen im Herbst 2026 bekannt gegeben werden. Vorbild für die neue Abgabe ist der Wiener „Sportgroschen“, der bereits seit 1948 auf Eintrittskarten für Sportveranstaltungen erhoben wird.
Kulturstadträtin bestätigt Vorhaben, Details noch offen
Die Idee eines „Kultureuro“ geht auf SPÖ-Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler zurück, die den Vorschlag im Wahlkampf 2025 ins Spiel gebracht hatte. Ursprünglich stand dabei eine Abgabe auf Übernachtungen von Touristen im Fokus. Im Regierungsprogramm ist das Projekt derzeit nicht verankert. Ein Sprecher Kaup-Haslers erklärte: „Die konkrete Ausgestaltung des ‚Kultureuros‘ wird derzeit erarbeitet.“ Aus dem Büro der Stadträtin hieß es weiter: „Klar ist, dass die Einnahmen aus dem ‚Kultureuro‘ der Kultur zugutekommen werden.“
Neos-Klubchefin Selma Arapovic äußerte sich zu dem Vorhaben nicht ablehnend. Wie hoch die neue Abgabe letztlich ausfallen soll, ist noch nicht festgelegt. Im Raum stehen sowohl ein prozentueller Aufschlag auf den Ticketpreis als auch ein pauschaler Betrag von einem Euro. Offen ist zudem, welche Kulturveranstaltungen konkret betroffen sein werden und ob auch ermäßigte Tickets oder nur regulär bezahlte Karten mit der Abgabe belegt würden. Auch die genaue Verwendung der erwarteten Einnahmen ist bislang nicht im Detail definiert.
Schönbrunn und Belvedere als mögliche Bezugsgrößen
Welche Größenordnung eine solche Abgabe erreichen könnte, lässt sich an den Besucherzahlen wichtiger Wiener Kultureinrichtungen ablesen. Schloss Schönbrunn und das Belvedere verzeichneten im Vorjahr gemeinsam mehr als sieben Millionen Besucher. Als Vergleich für die mögliche Preiswirkung wird beispielhaft der Eintritt ins Obere Belvedere genannt, der aktuell 23 Euro kostet: Bei einem Aufschlag von 12,5 Prozent, wie er beim Sportgroschen gilt, würde sich der Preis um rund 2,50 Euro erhöhen. Diese Rechnung ist jedoch beispielhaft und keine bestätigte Festlegung für den „Kultureuro“.
Der Sportgroschen als Modell für die Abgabe
Der Wiener Sportförderungsbeitrag, im Volksmund „Sportgroschen“ genannt, wird seit 1948 auf Eintrittskarten für Sportveranstaltungen erhoben. Im März 2026 wurde der Beitrag von 10 auf 12,5 Prozent angehoben. Die Abgabe bringt der Stadt Wien nach aktuellem Stand rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr ein. Diese Einnahmen fließen laut Konzept in die Förderung des Sports und dienen dem geplanten „Kultureuro“ nun ausdrücklich als Vorbild für eine vergleichbare Abgabe im Kulturbereich.
Wegfall anderer städtischer Einnahmequellen
Die Diskussion um eine neue Kulturabgabe fällt in eine Zeit, in der mehrere frühere Einnahmequellen der Stadt Wien nicht mehr zur Verfügung stehen. Die GIS-Landesabgabe für den ORF, die zusätzlich 4,70 Euro betrug, wird seit 2024 nicht mehr eingehoben. Auch der Altstadterhaltungsfonds ist im Jahr 2026 vollständig ausgesetzt. Aus diesem Fonds flossen früher bis zu neun Millionen Euro pro Jahr in die Denkmalpflege der Stadt.
Landesabgaben auf Eintrittskarten als wiederkehrendes Finanzierungsinstrument
Landesabgaben auf Eintrittskarten sind in Österreich grundsätzlich ein gängiges Instrument, mit dem Bundesländer und Gemeinden zusätzliche Mittel für bestimmte Politikbereiche generieren. Üblicherweise wird ein solcher Aufschlag prozentual auf den regulären Ticketpreis berechnet und direkt beim Verkauf der Karten eingehoben. Die Einnahmen sind dabei häufig zweckgebunden und fließen in jenen Bereich zurück, aus dem sie stammen, etwa in die Förderung von Vereinen, Infrastruktur oder kulturellen Einrichtungen. Für Veranstalter bedeutet eine solche Abgabe zusätzlichen administrativen Aufwand bei der Abrechnung, während für Besucher in der Regel ein geringfügig höherer Ticketpreis anfällt. Ob und in welcher Form vergleichbare Modelle auf den K
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