Wien streitet über Citymaut: Mehrheit nun offen für Einfahrtsbeschränkungen im ersten Bezirk

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die Stadt Wien verfolgt das Ziel, den Autoverkehr zu reduzieren. Im ersten Bezirk ist dafür eine Einfahrtsbeschränkung geplant. Wissenschafterinnen und Wissenschafter diskutieren derzeit, mit welchen Instrumenten ein solcher Wandel gelingen kann und welche Erfahrungen andere Städte damit bereits gemacht haben.

Eine aktuelle Umfrage von WU und BOKU aus dem Frühjahr zeigt dabei ein differenziertes Bild: Fast Dreiviertel der Befragten können sich eine Citymaut unter bestimmten Umständen vorstellen. Das steht im Kontrast zur Volksbefragung aus dem Jahr 2010, bei der sich 77 Prozent der Wienerinnen und Wiener gegen eine Citymaut ausgesprochen hatten.

Geplante Einfahrtsbeschränkung im ersten Bezirk

Konkret plant Wien im ersten Bezirk eine Einfahrtsbeschränkung für den Autoverkehr. Damit reiht sich die Stadt in eine Reihe europäischer Kommunen ein, die versuchen, den motorisierten Individualverkehr in zentralen Bereichen einzuschränken.

Daniela Kletzan-Slamanig, Umweltökologin beim Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), beschäftigt sich mit jenen Faktoren, die Klima- und Umweltpolitik beeinflussen. Sie unterscheidet dabei zwischen zwei grundsätzlichen Herangehensweisen: Pull-Maßnahmen sollen Menschen aus dem Auto herausziehen, etwa durch attraktive Alternativen. Push-Maßnahmen erhöhen hingegen den Druck, das Auto stehen zu lassen.

Paul Pfaffenbichler, Verkehrswissenschafter an der Universität für Bodenkultur (BOKU), ordnet diese Instrumente im Zusammenhang mit den aktuellen Wiener Plänen ein.

Erfahrungen aus Stockholm

Als Beispiel für eine Push-Maßnahme wird häufig die Stockholmer Citymaut genannt. Die schwedische Hauptstadt führte sie 2007 nach einem sechsmonatigen Testlauf ein. Zu Beginn war die Ablehnung in der Bevölkerung groß. Im Lauf des Tests kippte die Stimmung jedoch. Heute zahlen Autofahrerinnen und Autofahrer in Stockholm werktags umgerechnet zwischen einem und vier Euro Citymaut.

Der Stockholmer Fall wird in der Debatte um die Wiener Verkehrspolitik als Beispiel dafür angeführt, dass sich die öffentliche Meinung zu solchen Maßnahmen im Zeitverlauf verändern kann.

Tempolimits als weiteres Instrument

Neben Zufahrtsbeschränkungen und Mautmodellen gilt in einigen europäischen Ländern auch die Reduktion von Tempolimits als Instrument der Verkehrspolitik. In Spanien etwa gilt auf Straßen mit vier oder mehr Fahrspuren Tempo 50, auf Straßen mit weniger als vier Spuren Tempo 30. Solche Regelungen werden im Zusammenhang mit Maßnahmen genannt, die den motorisierten Verkehr in bestimmten Bereichen verlangsamen sollen.

Stimmungsbild in Wien im Wandel

Die aktuelle Umfrage von WU und BOKU aus dem Frühjahr wurde im Rahmen einer Studie durchgeführt. Sie zeigt, dass sich eine deutliche Mehrheit der Befragten eine Citymaut unter bestimmten Bedingungen vorstellen kann. Das unterscheidet sich deutlich vom Ergebnis der Volksbefragung 2010, bei der eine große Mehrheit eine Citymaut ablehnte.

Ein direkter Vergleich beider Erhebungen ist aufgrund der unterschiedlichen Fragestellungen und des zeitlichen Abstands nur eingeschränkt möglich. Beide Ergebnisse fließen jedoch in die aktuelle Diskussion um die künftige Verkehrspolitik in Wien ein.

Wechselwirkung zwischen Angebot und Verhalten

Grundsätzlich gilt in der Verkehrsforschung, dass Push- und Pull-Maßnahmen häufig gemeinsam betrachtet werden. Während Pull-Maßnahmen etwa den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, von Rad- oder Fußwegen umfassen können, zielen Push-Maßnahmen darauf ab, die Nutzung des eigenen Autos unattraktiver oder teurer zu machen. In der Fachdiskussion wird häufig argumentiert, dass eine Kombination beider Ansätze notwendig sei, damit ein Umstieg auf andere Verkehrsmittel tatsächlich gelingen kann.

Auch die Akzeptanz solcher Maßnahmen in der Bevölkerung wird in der Forschung als dynamischer Prozess beschrieben. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass sich Einstellungen zu verkehrspolitischen Eingriffen im Lauf der Zeit ver

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