Leopold Museum zeigt erstmals Überblick über Kunstsammlung der OeNB
Im Leopold Museum im MuseumsQuartier Wien ist ab sofort eine Ausstellung mit Werken aus der Kunstsammlung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zu sehen. Die Schau trägt den Titel „PREMIERE! Die Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank“ und läuft vom 24. April bis 11. Oktober 2026.
Die Präsentation fällt in das Jahr des 25-jährigen Bestehens des 2001 eröffneten Leopold Museums. Die Oesterreichische Nationalbank wird in diesem Zusammenhang als einer der „Geburtshelfer“ des Hauses bezeichnet und finanzierte rund ein Drittel der Ankaufssumme der Sammlung Leopold.
Die Kunstsammlung der OeNB wird seit den späten 1980er-Jahren kontinuierlich aufgebaut und umfasst rund 2.300 Werke. Für die Ausstellung im Leopold Museum wurden 114 Arbeiten von 79 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Die Auswahl traf OeNB-Kuratorin Chiara Galbusera gemeinsam mit Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger. Nach Angaben der Kuratorin wird damit erstmals außerhalb der Räumlichkeiten der OeNB ein derartiger Überblick über die Sammlung geboten.
Das Leopold Museum stellt für die Schau seine unterste Etage zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf österreichischer Malerei und Skulptur von 1918 bis zur Gegenwart. Wipplinger zufolge lässt sich die Auswahl gut an die Dauerausstellung des Hauses anschließen. Die Zwischenkriegszeit ist unter anderem mit Werken von Alfons Walde, Anton Faistauer und Albin Egger-Lienz vertreten; außerdem sind Vertreterinnen und Vertreter der Neuen Sachlichkeit zu sehen.
Zu den gezeigten Arbeiten zählen zwei Gemälde der seit 1936 in Paris lebenden Künstlerin Greta Freist aus dem Jahr 1938, darunter das Werk „La danseuse (Die Tänzerin)“. Eines der Bilder zeigt ein Selbstporträt als nackte Tänzerin, ein weiteres ein Familienbild, das Freist als Hausfrau neben ihrem malenden Mann zeigt. Von Alfons Walde ist das um 1924 datierte Werk „Sonntag“ ausgestellt.
Max Oppenheimer ist mit mehreren Arbeiten vertreten, darunter „Die Schachpartie“ (1925/30). Gezeigt wird außerdem ein um 1941 entstandenes Gemälde eines Streichquartetts in kubistischer Darstellung. Ein eigener Sammlungszweig der OeNB betrifft historische Streichinstrumente: Seit 1989 baut die Nationalbank eine entsprechende Kollektion auf, die 45 Instrumente umfasst und historisch bedeutende Stücke einschließt, darunter neun Geigen von Antonio Stradivari und zwei von Giuseppe Guarneri del Gesù. Diese Instrumente werden talentierten Musikerinnen und Musikern zur Bespielung überlassen.
Als Beispiele für den magischen Realismus der 1930er-Jahre werden in der Ausstellung Gemälde von Franz Sedlacek präsentiert. Aus der Zeit nach 1945 sind Skulpturen und Malerei der zeitgenössischen Kunst zu sehen, darunter Werke von Herbert Brandl, Otto Zitko, Martha Jungwirth, Jürgen Messensee und Maria Lassnig. Von Lassnig wird das Aquarell „Meerungeheuer“ aus dem Jahr 1965 gezeigt. Ihr Gemälde „Mit einem Tiger schlafen“ (1975) gehört ebenfalls zur OeNB-Sammlung, befindet sich derzeit jedoch als Leihgabe in der Munch-Lassnig-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle.
Die Ausstellung beinhaltet zudem das Werk „Rheinkreuz“ von Arnulf Rainer sowie die Skulptur „Ich und Über-Ich“ von Erwin Wurm aus dem Jahr 2008. Das 1997 entstandene, 14 Meter hohe Auftragswerk „Das blaue Tor“ von Eduard Angeli für das Foyer der neuen Banknotendruckerei der OeNB ist nicht Teil der Präsentation.
Die Kunstsammlung der OeNB ist als Firmensammlung organisiert und unterliegt nicht dem österreichischen Restitutionsgesetz. Sie wird von einem Fachgremium beraten und kontinuierlich erweitert. Das Profil der Sammlung wurde zuletzt mit einem Schwerpunkt auf geometrische Abstraktion geschärft. Angaben zum Budget der Sammlung machte die Kuratorin auf Nachfrage nicht.








