Quantenkommunikation der Zukunft: Innsbrucker Marietta Blau Bodenstation startet Betrieb
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Quantenoptische Bodenstation „Marietta Blau“ am Innsbrucker Hafelekar eröffnet

Am Innsbrucker Hafelekar ist die quantenoptische Bodenstation „Marietta Blau“ eröffnet worden. Die Anlage wird von der Universität Innsbruck betrieben und ist auf satellitengestützte Quantenkommunikation ausgelegt.

Kernstück der Bodenstation ist ein Ritchey-Chrétien-Teleskop mit einem etwa einen Meter großen Spiegel. Das Teleskop empfängt Signale von Quantensatelliten und eignet sich zur Übertragung verschlüsselter Quanteninformationen.

Ferngesteuertes Teleskop in Stadtnähe

Der Vizerektor für Forschung der Universität Innsbruck, Gregor Weihs, erklärte vor Journalisten, dass mit der Bodenstation verschlüsselte Quanteninformationen gesendet werden können. Beim Senden und Empfangen von Quanteninformation werde mit einer zufälligen Folge von Einsen und Nullen gearbeitet.

Nach Angaben von Weihs ist das Teleskop am Hafelekar vollständig ferngesteuert. Er bezeichnete diese Ausführung eines ferngesteuerten Teleskops in relativer Stadtnähe als weltweit einzigartig. Aktuell werde an der Anbindung der „letzten Meile“ des Glasfasernetzes bis zum Hafelekar gearbeitet.

Aufwendiger Transport auf über 2.200 Meter Seehöhe

Das Quantenteleskop der Bodenstation „Marietta Blau“ wiegt insgesamt rund fünf Tonnen. Es wurde im August des Vorjahres in mehreren Flügen auf über 2.200 Meter Seehöhe transportiert.

Die Bodenstation befindet sich an jenem Ort, an dem der Physiker Victor Franz Hess 1931 eine Forschungsstation zur Beobachtung der von ihm entdeckten kosmischen Höhenstrahlung gründete. Benannt ist die Anlage nach der Physikerin Marietta Blau.

Aussagen zu Standort und Technologie

Der Landeshauptmann von Tirol, Anton Mattle (ÖVP), bezeichnete die geografische Lage von „Marietta Blau“ als Alleinstellungsmerkmal. Er sagte, die Universität Innsbruck verbinde an diesem Standort Grundlagenforschung mit Zukunftstechnologie und hob hervor, dass der Berg in diesem Fall auf besondere Weise mit der Stadt verbunden sei.

Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (Liste „JA – Jetzt Innsbruck“) erklärte, der Wissenschaftsstandort Innsbruck werde mit der Bodenstation weiter forciert. Innsbruck sei bereits ein wichtiger Standort der Quantenphysik.

Stefan Hanslik, Leiter der Abteilung Grundlagenforschung (MINT) und Forschungsinfrastruktur im Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, sagte, mit „Marietta Blau“ werde Wissenschaft auf ein neues Niveau gehoben. Er sprach von Technologie mit großem Potenzial, die Teil der Industriestrategie der Bundesregierung sei und wichtige Impulse zur sicheren Kommunikation beisteuere.