Reform im Strafvollzug: Justizministerin Sporrer plant Aufstockung von Personal und überrascht mit neuen Strukturen
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Justizministerin kündigt Personalaufstockung und neue Strukturen im Strafvollzug an

Der Strafvollzug in Österreich steht unter Druck, es fehlt an Personal. Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) hat eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, mit denen der Bereich personell und strukturell gestärkt werden soll.

Nach mehreren Zwischenfällen in Justizanstalten, darunter der Tod eines psychisch kranken Häftlings in der Justizanstalt Hirtenberg im Bezirk Baden, ist Kritik an den Haftbedingungen und an der Betreuung psychisch kranker Gefangener laut geworden. Das Obduktionsergebnis zu dem im Dezember 2025 verstorbenen Insassen liegt Monate später weiterhin nicht vor.

Mehr Personal und verstärkte Ausbildung

Das Personal im Strafvollzug soll laut Sporrer aufgestockt werden. Die Grundausbildungskurse für den Strafvollzug sollen verstärkt werden. Derzeit befinden sich nach ihren Angaben 115 Aspirantinnen und Aspiranten in den Kursen.

Für das Jahr 2026 kündigte die Ministerin an, dass bis zu 40 weitere Aspirantinnen und Aspiranten einen Kurs beginnen sollen. Mitte bis Ende 2027 würde in diesem Ausmaß neues Personal zur Verfügung stehen. Beim Personalstand müssten Abgänge durch Pensionierungen berücksichtigt werden.

Maßnahmen für psychisch kranke Häftlinge

Die Betreuung psychisch kranker Gefangener steht in der Kritik. Sporrer verwies darauf, dass die Honorare für Psychiaterinnen und Psychiater im Justizbereich bereits angehoben worden seien. Zudem sollen neue Unterbringungsmöglichkeiten für Häftlinge mit psychischer Erkrankung geschaffen werden.

Voraussichtlich in einer Justizanstalt soll eine Akutstation für den Normalvollzug mit acht bis zehn Akutbetten errichtet werden. Diese könnte nach Angaben der Ministerin Anfang 2027 in Betrieb gehen. Darüber hinaus ist ein neues forensisch-therapeutisches Zentrum geplant, das laut Sporrer bereits „im Laufen“ ist.

Pläne für zusätzliche Haftanstalt und Alternativen zur Haft

Anna Sporrer kündigte an, Vorschläge zu Alternativen zu unbedingten Haftstrafen zu machen. Zudem soll eine zusätzliche neue Justizanstalt entstehen. Der Standort für diese neue Anstalt ist noch nicht fixiert.

Neues Leitungsduo in Justizanstalt St. Pölten

Personelle Veränderungen gibt es auch an der Spitze der Justizanstalt St. Pölten. Maria Lalics ist neue Leiterin der Anstalt und übernimmt die Funktion von Generalmajor Erich Huber-Günsthofer, der seit November 2024 die Leitung der Justizanstalt Stein innehat.

Seit November 2024 war das Amt der Leitung der Justizanstalt St. Pölten offiziell vakant; in dieser Zeit wurde die Leitung durch die Stellvertretung ausgeübt. Am 16. April 2026 wurde Lalics von Justizministerin Sporrer offiziell in ihr Amt eingeführt. Sporrer erklärte, dass die Justizanstalt St. Pölten und die österreichische Justiz mit Lalics eine Führungskraft gewonnen hätten, die den Mut zur Gestaltung mitbringt.

Werdegang von Maria Lalics

Maria Lalics schloss 2007 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien ab. Nach ihrer Gerichtspraxis war sie ab 2011 als Staatsanwältin in St. Pölten tätig.

Ab April 2017 arbeitete Lalics als Referentin in der Abteilung für Großverfahren und berichtspflichtige Strafsachen im Justizministerium. Im Jahr 2021 war sie für die Oberstaatsanwaltschaft Wien tätig, 2022 absolvierte sie ein Praktikum im österreichischen Büro von Eurojust, der EU-Agentur für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen.

Ab November 2022 war Lalics im Justizministerium als Referentin für Einzelstrafsachen und Angelegenheiten des Strafvollzugs im Kabinett beschäftigt, bevor sie nun die Leitung der Justizanstalt St. Pölten übernahm.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.