Wiener Stadthalle meldet Rekordauslastung und bereitet sich auf Eurovision Song Contest 2026 vor
Die Wiener Stadthalle verzeichnet im aktuell betrachteten Rekordjahr 1,25 Millionen Besucherinnen und Besucher. Das entspricht rund 25 Prozent mehr als den 1.012.602 Gästen im Jahr 2024.
Parallel zu der gestiegenen Auslastung laufen in der Halle die Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest 2026, dessen Bühne mit einer Dachlast von über 100 Tonnen geplant ist.
Rekordjahr mit 706 Belegtagen
Die Wiener Stadthalle meldet 706 Belegtage im Rekordjahr. Möglich wird diese hohe Zahl laut Darstellung durch die Nutzung mehrerer Hallen auf dem Areal.
Die Umsatzerlöse der Wiener Stadthalle stiegen im Vergleich zu 2024 um 19 Prozent und liegen 36 Prozent über dem Niveau von 2019. Laut Geschäftsführung besteht eine starke Nachfrage nach Live-Veranstaltungen über alle Altersgruppen hinweg, insbesondere bei Acts mit sehr starker Fanbase, deren Shows meist ausverkauft sind.
Zu den internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die in der jüngeren Vergangenheit in der Wiener Stadthalle auftraten, zählen Green Day, Billie Eilish und Rod Stewart, jeweils mit ausverkauftem Konzert in Halle D. Im Zusammenhang mit dem Auftritt des Rappers Apache wird ein Bühnenszenario mit einem Flugzeug erwähnt.
Intensiver Spielbetrieb in mehreren Hallen
Im November eines Jahres fanden in Halle D der Wiener Stadthalle 20 Shows statt. Zusätzlich wurden im gleichen Zeitraum über 20 Veranstaltungen in den Hallen E und F durchgeführt. Teilweise laufen parallel mehrere Produktionen, inklusive Auf- und Abbauten über Nacht.
Die Stadthalle bezeichnet sich als Ort, an dem Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zusammenkommen. Im Interview wird erläutert, dass Veranstaltungen mit starker Fanbase besonders gut funktionieren, während bei Formaten mit breiterem Publikum mehr Marketingaufwand erforderlich ist. In einer digitalen Welt sehnten sich viele Menschen nach echten Live-Momenten.
Investitionen und laufende Modernisierung
Für das über 30.000 Quadratmeter große Areal der Wiener Stadthalle besteht ein langfristiger Investitionsplan. In den vergangenen Jahren wurde unter anderem in Nachhaltigkeit, Klimaanlagen, LED-Beleuchtung und Gastronomie investiert. Die Halle wird als in sehr gutem Zustand und als „State of the Art“ beschrieben.
Die Betreiber sehen ihre Aufgabe darin, den Betrieb so zu organisieren, dass die Halle weiterhin optimal bespielt werden kann. Prozesse seien massiv optimiert und stark digitalisiert worden, um Shows zu ermöglichen und Abläufe effizienter zu gestalten.
Kernteam und technische Infrastruktur
Das Kernteam der Wiener Stadthalle umfasst laut Angaben 136 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Livebetrieb stehen Elektriker, Tischler und Techniker vor Ort zur Verfügung, um bei technischen oder baulichen Problemen rasch eingreifen zu können. Künstlerinnen, Künstler und Veranstalter schätzen nach Darstellung der Geschäftsführung diese unmittelbare Verfügbarkeit von Fachleuten.
Die Geschäftsführer Matthäus Zelenka und Thomas Waldner betonen, dass die Menschen wegen der Stars in die Wiener Stadthalle kommen, das Team vor Ort jedoch dafür sorge, dass Veranstaltungen überhaupt möglich sind. Waldner hebt hervor, dass Acts zwar in der Stadthalle auftreten wollen, dies organisatorisch aber auch ermöglicht werden müsse.
ESC-Bühne, Probenplan und Rolle der Stadthalle
Die Wiener Stadthalle ist nur zwei Jahre jünger als der Eurovision Song Contest. Für den ESC 2026 entsteht in der Halle eine Bühne mit einer Dachlast von über 100 Tonnen. Im Gegensatz zu Basel, wo für eine Song-Contest-Bühne Ground Support errichtet werden musste, kann die Wiener Stadthalle diese Last laut Angaben direkt über das Hallendach tragen.
Zum Zeitpunkt des Gesprächs war der Aufbau für den Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle de facto abgeschlossen. Anschließend sollen zunächst technische Proben für Ton- und Lichtanlage stattfinden. Anfang Mai sollen die eigentlichen Proben vor Ort beginnen.
Der ORF wollte die Wiener Stadthalle für den Eurovision Song Contest etwa acht Wochen lang nutzen. Die Stadthalle hat die Veranstaltungsstätte für diesen Zeitraum bereitgestellt. Unter einem Foto der Halle mit „Vienna 2026 Eurovision Song Contest“-Branding wird festgehalten, dass die Halle für den Wettbewerb bereits bereit ist.
Selbstbewusster Auftritt der Geschäftsführung
Die Geschäftsführer Matthäus Zelenka und Thomas Waldner äußern sich mit Blick auf den Eurovision Song Contest selbstbewusst. Waldner erklärt, Europa könne beim Song Contest gerne genau in der Wiener Stadthalle hinschauen. Er ist der Ansicht, andere könnten von der Wiener Stadthalle lernen, wie man einen Bau weitsichtig und wandlungsfähig gestaltet.
Waldner gibt an, persönlich eher Metal zu hören und großer Fan von Live-Erlebnissen wie Fußballspielen, Konzerten oder dem Song Contest zu sein. Er beschreibt, dass tausende Menschen gemeinsam Energie erleben könnten und dies etwas Besonderes sei. Die Wiener Stadthalle nutzt den Slogan „Verbindet seit 1958“ und wird im Interview als „ästhetischer Ort“ charakterisiert.
Zu einer in Wien geplanten Arena äußert sich Waldner in seiner Funktion nicht näher. Für das umfangreiche Areal der Stadthalle wird betont, dass es dort aufgrund der Größe immer etwas zu tun gebe.








