Rettungsplan für Piburger See: Phosphorbindung durch uni-geprüfte Sanierungsmaßnahme
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Neue Sanierungsmaßnahme für Piburger See geplant

Der Piburger See weist eine sehr hohe Phosphorbelastung auf, wodurch das ökologische Gleichgewicht des Gewässers bedroht ist. Gemeinde Oetz, Naturpark Ötztal und die Universität Innsbruck bereiten deshalb eine Sanierungsmaßnahme zur Reduktion der Phosphorbelastung vor.

Ab Herbst soll im See ein spezielles Tonmineral eingesetzt werden, das Phosphor bindet. Nach Ende der Badesaison ist die Einbringung von Lanthan-modifiziertem Bentonit als Hauptmaßnahme vorgesehen.

Phosphorbelastung und ökologische Risiken

Im Piburger See hat sich Phosphor am Seegrund abgesetzt. Nach Darstellung des Oetzer Bürgermeisters Hansjörg Falkner „erstickt“ der See an zu viel Phosphor. Der abgesetzte Phosphor beschleunigt seinen Angaben zufolge das Wachstum von Algen und insbesondere von Cyanobakterien und kann langfristig zum Kippen des Gewässers führen.

Untersuchungen der Universität Innsbruck zeigen, dass die interne Freisetzung von Phosphor aus dem Sediment in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Diese Entwicklung wurde trotz bisheriger Maßnahmen wie der Tiefenwasserableitung festgestellt.

Einsatz von Lanthan-modifiziertem Bentonit

Die geplante Hauptmaßnahme besteht in der Einbringung von Lanthan-modifiziertem Bentonit, einem Tonmineral, das Phosphor bindet. Eine Fachfirma hat dafür Sedimentproben aus dem See entnommen, um die benötigte Menge des Materials zu bestimmen.

Die Universität Innsbruck unterstützt dieses Vorgehen als einen der vielversprechendsten Ansätze zur Reduktion der Phosphorbelastung. Die Forschungsgruppe Alpine Süßwasserökologie der Universität war in die Entscheidung über die Maßnahme eingebunden. Für die Umsetzung ist ein begleitendes Monitoring vorgesehen.

Erfahrungen und Finanzierung

Mit dem beschriebenen Verfahren wurden bereits positive Erfahrungen in kleineren Gewässern wie dem Montiggler See in Südtirol gemacht. Nun wird versucht, die erprobte Methode auf einen größeren See wie den Piburger See zu übertragen.

An der Finanzierung der Maßnahme beteiligt sich die Gemeinde Oetz. Zudem werden Förderungen des Landes und LEADER-Mittel beantragt. Der Naturpark Ötztal und Ötztal Tourismus haben Unterstützung in Aussicht gestellt. Die Gesamtkosten der geplanten Maßnahme sind derzeit nicht bezifferbar.